Luzevn Lycurgus Z5Y
groß, begreift aber in ihrem Umfange viele GLrte» mit. Der Flußtheilt die Stadt in zwei durch vier Brücken verbundene, ungleich«Theile. Sie hat über 6000 Einwohner. Die dottigc Scidenmanu-factur und Papiermühle sind von Wichtigkeit; außerdem treibt dieStadt einen starken Lransitohandel. Die Souveränität des ganzenCantons lag ehemals in den Händen der eigentlichen Bürger (esgab sonst auch Hintersassen, die keine Bürger waren), aus welchender große Rath von 100 Mitgliedern erwählt wurde. Der Aus-schuß derselben, welcher aus Z6 Mitgliedern bestand, erhielt nachund nach einen sehr großen Einfluß, so daß die Verwaltung in Lu.zern die aristokratischste in der ganzen Schweiz war. Durch die Re-volution hat dieß aufgehört. Da« Contingent zur Eidgenossenschaftbeträgt 862 Mann. Der päbstliche Nuntius residirte zu Luzer»,als dem ersten und eifrigsten katholischen Canton. Es werden vielKäse, Schweine, gemästete Schnecken (nach Italien), viel Getraide,gedörrte Iwetschen, Kirschwasser und Floretscide ausgeführt.
Lyceum hieß von dem in der Nähe stehenden Tempel desApollo, Xu'xk-04 (Wolfstödter), eine Ringschule zu Athen, in derenbedeckten Gängen Aristoteles seine Philosophie vortrug. Ihm zuEhren wurden die höheren lateinischen Schulen in den Städten Ly-ceen genannt, weil die aristotelische Philosophie in der scholastischenForm in denselben gelehrt wurde. Der Sprachgebrauch ist sich inRücksicht des Ranges der Lyceen, vor oder nach den Gymnasien,nicht in allen Ländern gleich, überall aber sind sie Schulen für dieeigentlich gelehrte Bildung, aus denen die Schüler unmittelbar zurUniversität übergehen. T-
Lycophron, aus ChalciS in Euböa gebürtig, ein Gramma-tiker und einer der berühmtesten griechischen Lrauerspieldichter,lebte 284 vor Chr. Geb. unter Ptolemäus Philadelphus, bei wel-chem er sich durch seine Unagrammen beliebt gemacht hatte, zu wel-chen'er überhaupt mehr Anlagen, als zum Dichter selbst gehabt zuhaben scheint. Er soll an einer Wunde gestorben seyn, welch« ihmeiner seiner Gegner mit einem Pfeile beibrachte, als er über dieVorzüge der alten Dichter disputirte. Von seinen Schriften ist un«nur noch ein Trauerspiel, Cassandra (Alexandra), übrig,welche« in Jamben abgefaßt, aber sehr schwer und mit manchendunkeln Anspielungen überladen ist. Ein späterer Grammatiker,Johannes Tzetzcs, hat einen Commentar dazu geschrieben. Diebeste Ausgabe von diesem Trauerspiele ist bis jetzt: Lum «oru-Ment. Is. I'retr. oura los l^otteri, Oxon. « tlisstro LIleicI.1697 u. 1702, in einem Folio-Bunde. Die meisten Schriften desLycophron sind verloren gegangen. Tzetzcs bezeugt, daß er vier undsechszig oder sechs und sechszig Trauerspiele geschrieben, von denenSuidas zwanzig nahmhaft macht. Die noch übrigen Fragmenteseiner verloren gegangenen Schriften hat 6uil. Eantcrub, 1il>. VI.novar. loctionuin, 0. 17. gesammelt und erläutert. Aus einem sa-tyrischen Drama des Lycophron, in welchem er den Menedemus,den Stifter der eretrischen Schule, und andere Philosophen geißelt,ist un« im Diog. Lacrtius, Hesychius und Athenäus einiges aufbe-halten worden. Letzterer legt ihm auch noch ausdrücklich ein Werküber die Comödien bei, in welchem er den Lristophanes, Era-tinus und andere erläutert zu haben scheint.
Lycurgus, der berühmte Gesetzgeber der Spartaner, lebtevor und nach der ersten Olympiade de« Jphitus, und war der