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Lyrik
Lysander
zu werden, sondern sich auch durch eigenthümlichen und schönen Laufder Rede, und in einer reichen Mannichfaltigkeit von Gedanken undBildern selbitständig aussprechen. Durch ersteres wird gefordert,daß ein bestimmtes Gefühl das herrschende sey, gleichsam der Grund-ton, aus welchem sich die EmpfindungSrcihe entwickelt, und daß esnichts Widerstreitendes in sich enthalte, was mit der zum Grundeliegenden Stimmung unvereinbar wäre, daß mithin auch das Ge-fühl des Gegenstandes, welcher es veranlaßt hat, würdig, demsel-ben sowol der Art, als dem Grade nach entsprechend, (nicht mattoder überspannt) sey, eine Reihe von Anschauungen hervorruft, wel-che dazu dienen, die inner« Stimmung zu schildern, und daß dasGefühl den durch die Sprache dargestellten Gedanken ganz durch-dringe. Dieses Gefühl in allen anschaulichen Beziehungen des Ge-dankens auszudrücken, dasselbe in der Bewegung der Worte (Rhyth-mus), und ihrem entsprechenden Klänge gleichsam äußerlich zu machenund entsprechend darzustellen, so daß es nicht bloß das Gefühl desEinzelnen ist, sondern als das Gefühl des vollendeten Men-schen erscheint, ist nur dem Genius möglich, und man kann indieser Beziehung das lyrische Gedicht die in der Sprache fest-gehaltene Stimmung des geniellen Dichters, alssolchen nennen; daher auch nichts so sehr, als eine Reihe,oder eine Sammlung lyrischer Gedichte das innere Leben einesDichters schildert. Aus der Natur des Gefühles ergiebt sich derbeschränktere Umfang des lyrischen Gedichtes, so wie der Wechselund die größte Mannichfaltigkeit des Styls und Rhythmus, welchesich in den tausendfältigen lyrischen Versarten, in der kühnernGedankenverbindung und in der Eigenthümlichkeit lyrischer Bilderan den Lag legt. So männichsaltig i sich nun das Gefühl poetischäußern kann, so mannichfaltig ist das lyrische Gedicht; zunächstaber offenbart sich das Gefühl und am reinsten in der Gegen-wart; wenn es als Vergangenes durch die Reflexion modificirterscheint. Hiernach könnte man die Lyrik in die reinlyrische Poesie,wozu der Hymnus (bei uns größtenthcils eine re lig i ö se Ode),die Ode und das Lied gehören, an welche sich mehrere poetische For-men der Italiener und Spanier anschließen, und in die elegischeeintheilen, an welche sich das Epigramm im Sinne der Grie-chen, und mehrere sogenannte didaktische Gedichte anschließen.Siehe hierüber die besondern Artikel. 1.
Lysander, der berühmte lacedämonische Feldherr, welcherden peloponnesischen Krieg durch 'die Eroberung Athens beendigte.Mit der Verschmitztheit, Thätigkeit, dem Ehrgeize und durchdrin-genden Scharfsinn des ThemistocleS vereinigte er die Biegsamkeitund das einschmeichelnde Wesen des Alcibiades; nur hatte er vor die-sem den Vorzug , daß er die Gunst der Großen und Mächtigen ebenso leicht zu gewinnen und länger zu erhalten wußte, als jener dieHerzen der Weiber und des Pöbels. Sein Grundsatz war, ohneBedenken das Wohl des Vaterlands seinem, eigenen Ehrgeize aufzu-opfern: wer sein Freund war, den suchte er durch Aufbieten allerkeiner Kräfte zu heben, so wie er auf der andern Seite auch nichtssparte, um seinen Feind zu stürzen. Gerechtigkeit und Wahrheitwaren ihm leere Worte, die nur Werth durch ihre Nützlichkeit er-hielten, und welche er ohne Scheu vernachläßigte, sobald sie anfin-gen, ihm schädlich zu werden. Er pflegte zu sagen, daß man Mda, wo mit der Löwenhaut der vorgesetzte Zweck nicht zu erreichen