Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Lysander

daß man dem Lysander von neuem das Kommando übergeben möchte.Obwol die Ephoren das Zweckmä> ige dieser Forderung einsahen, sostand der Erfüllung derselben doch da« Gesetz entgegen, nach wel,chem da« Kommando zur See nicht einer und derselben Person zwei-mal anvertraut werden durfte. Sie wählten daher einen andernzum Admiral, setzten diesem aber Lysander» unter dem Titel eine«Rath« zur Seite und gaben ihm alle Macht, welche eigentlich mitder Würde de« ersten Befehlshabers zur See verbunden war. So-bald nun Lysander »ach Asien gekommen war, versammelte er alleSchiffe im Hasen von Ephesus, ließ viele neue bauen und erhieltvon Cyru« die Erlaubniß, über dessen ganze Schatzkammer nachGefallen verfügen zu können. Lysander schiffte nun mit seiner Flot-te, die er in einen furchtbaren Stand versetzt hatte, nach dem Helle-spont und ging angreifend zu Werke. Lampsacu« gegenüber, beiAego« Potamo«, wo der Hellespont nur fünfzehn Stadien Breitehatte, ankerte die atheniensische Flotte, die der spartanischen immernoch bei weitem überlegen war. .Daher hielten sich die Anführerderselben des Siege« auch so versichert, daß sie die Lacedämonierverspotteten und den Alcibiades verlachten, als dieser ihnen rieth,die gefährliche Rhcde von Aego« Potamo« zu verlassen und nachSestos zu segeln, wo sie theils Lysander» ohne Gefahr auflauern,theil« auch leicht Lcbensmittel erhalten könnten. Sie forderten da-her auch jeden Morgen die Spartaner zum Kampfe heraus: aberLysander hielt sich ruhig in seinem Hasen, sandte jedoch stets Jagd-schiffe au«, um die Athenienser zu beobachten. Durch diese erfuhrer, daß die Athenienser jedesmal nach ihrer Rückkehr auf ihre An-kerplätze in der größten Unordnung die Schiffe verließen. Auf dieseVermeffenheit baute Lysander seinen Plan zur Zerstörung der athe-niensischen Flotte. Die Athenienser hatten ihm bereits zum fünftenMale eine ähnliche vermessene Aufforderung zum Kampfe gegeben,und Lysander befahl seinen Schiffen, sich auf das erste Zeichen zumAngriff bereit zu halten. Nachdem sie ihn nun auf die gewöhnlicheWeise zum sechsten Male zum Kampfe herausgefordert hatten unddann wieder in ihren Hafen zurückgekehrt waren, brach Lysander mitseiner ganzen Macht auf und siel mir schrecklichem Ungestüm überdie feindliche Flotte her, welche in der größten Verwirrung und fastganz von Menschen entblößt war. Bon der ganzen athenicnsischenFlotte retteten sich nur neun Schiffe: ein« , welches die Nachrichtvon der Niederlage nach Athen brachte, und acht andere, mit wel-chen der athenie» ssche Admiral Eonon zum Evagoras nach Cypernentfloh. Die ganze übrige Flotte fiel fast ohne Schwerdtschlag in dieHände der Spartaner, und Lysander segelte mit ihr triumphirendin den Hasen von Lampsacu« ein. Alle Gefangene,, deren Zahl sichaus 3,ac>c> Man» belief, ließ er nebst ihren Feldherrn ermorden,weil sie die Mannschaft von zwei corinthischen Schiffen von einemFelsen gestürzt und den Beschluß gefaßt hatten, allen gefangene»Peeoponnisiern die rechte Hand abzuhauen. Nachdem nun nach dieserentscheidenden Niederlage alle Bundesgenossen der Athenienser zuden Spartanern übergegangen waren und er in allen Städten undInseln, die sich ihm ergeben hatten, die Democratie abgeschafft undan deren Stelle die Oligarchie eingesetzt hatte, rückte er mit einerFlotte von 180 Schiffen vor Athen und sperrte es von der Seeseite,während Agis und Pausanias mit einem mächtigen Heere dasselbevon der Landseite thun mußten. Hier herrschte, außer der Hungers-