Lysimachus 875
Meinung, nicht gelingen. Da wir von diesen Reden nur nocheine, den sogenannten Epitaph ios, übrig haben; so könnenwir davon nicht ganz urtheilen. Diese Rede liefert uns wenig-stens sehr interessante Beweise seines republikanischen Eifers.Bon seinen Reden, deren vollständiges Verzeichniß man in k'schrio.Likl. <Zr. II. x. 762 findet, sind nur vier und dreißig auf unsgekommen.
Lysimachus, der Sohn des Agathokles, eines Feldherrnund Freundes Alexanders, erhielt nach des letzter» Tode bei derBertheilung der eroberten Länder die Statthalterschaft von Thrä-nen. Da sich aber die dortigen Einwohner seinem Einmärschemit Hartnäckigkeit widersetzten; so mußte Lysimachus diese Statt-halterschaft erst gleichsam wieder erobern, es doch aber gestatten,daß die gebirgigen Theile des Landes vor wie nach in den Händender alten Einwohner blieben. Die fortdauernden Kriege mit den-selben hinderten ihn auch, an dem Bunde gegen den Antigonus,dem er zwar beigctreten war, thätigen Antheil zu nehmen. Wäh-rend seines Krieges mit den Einwohnern der Stadt Eallaiia amPontus Euxinus, die vom Antigonus zu Wasser und zu Landeunterstützt wurden, crbauete er die Stadt Lysimachia auf demThracischen Chersoncsus. Nach dem außerordentlichen Siege desDemetrius über den Ptolemaus folgte er auch dem Verspiele derübrigen Satrapen und nahm den königlichen Titel an. Von jetztan nahm er sowol an dem gegen den mächtigen Antigonus geschlos-senen Bunde, als überhaupt an allen Ereignissen Theil, welchedie Nachfolger Alexanders betrafen. Ehe noch die übrigen mitihm verbündeten Fürsten ihre Truppen zusammenziehen und zuihm stoßen lassen konnten, ging. er mit seinen eignen und einemTheile von Caffanders Truppen nach Asien über und that unver-muthet einen Einfall in die Staaten des Antigonus. Es glückteihm, sich von der ganzen westlichen Secküste Asiens Meister zumachen, in das Innere des Landes zu dringen und den größtenTheil von Phrygien und Lydien, sogar die Hauptstadt Sardesdurch Verrätherei zu erobern. Als sich nun auch mehrere entfern-rere Provinzen zu ihm geschlagen hatten, so zog Antigonus gegenihn aus, nöthigte ihn, sich in die Nordgebirge Kleinasiens zurück-zuziehen und daselbst Winterquartiere zu beziehen. Im folgendenFrühjahre vereinigte sich Lysimachus mit dem übrigen Heere under und Seleucus fochten persönlich in der siegreichen Schlacht beiJpsus in Phrygien, welche dem Antigonus das Leben und seineLander kostete. Letztere wurden unter beide vertheilt; Seleucuserhielt zwar den größten Theil, Lysimachus hingegen besetzte ganzKleinasien, das eigentliche Cappadocien und alle Provinzen, dieinnerhalb des Taurus und Antitaurus lagen. Während dessenfiel ihn Demetrius mit seiner Flotte zur See an, plünderte undverheerte alle Küsten. Lysimachus hatte keine hinlängliche Flotte,um sich dem Demetrius entgegenzustellen; seine Herrschsucht hatteihm die Herzen der übrigen Könige, die ihn jetzt eben so sehr,wie vorhin den Antigonus, fürchteten, abwendig gemacht. Vor-züglich hielt ihn Seleucus für einen gefährlichen Nachbar; alleaber ließen ihn jetzt ohne Hülfe und freueten sich sogar über seinUnglück. Erst dann, als die Fortschritte des Demetrius auch dieSicherheit ihrer eigenen Staaten zu bedrohen anfing, machtenSeleucus, Ptolemäus und Pyrrhutz mit Lysimachus einen neuen