Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
14
JPEG-Download
 

i4 Mächtigkeit Mach

vollkommen geschickt, ein Vertrauter Augusts zu seyn, und diesemvon Anfang an ein Zutrauen einzuflößen, welches — eine einzigekleine Disharmonie ausgenommen — bis an seinen Tod in immergleicher Stärke fortdauerte. Bei ihm fand August alles, was ihm'gerade fehlte: Rar'b, Auswege, Entschlossenheit, guten Muth. froheLaune und auch etwas, worin er sich selbst weiser und stärker fühlte,und womit er seinen Freund aufziehn konnte, ohne daß'dieser dochgerade sehr.viel dadurch verlor. So spottete August gern über MZ-cens Weichlichkeit, Liebe zu Seltenheiten, Edelsteinen, Gemmen,überfeine Äffectation, alte etrurische Worte ins Römische-zu mi-schen und neue Worte zu machen. Dafür durste sich dieser aberauch ein freies und selbst hartes Wort erlauben, wie er denn einst,als Octavius noch während des Triumvirats zu Gericht saß undviele Todesnrthcile aussprach, ihm seine Schreibtafel hinreichen ließ,worauf er die Worte geschrieben hatte: Sur^s rsuüsm carnijex!(Steh endlich auf, Henker!) welcher Weisung jener folgte, ohne be-leidigt zu seyn. Als August mit Agrippa und Mäcen überlegte,«b er die Obergewalt beibehalten oder niederlegen solle, war esMäcen, der, dem Agrippa ntgegen, zur Beibehaltung der Herr-schaft rieth. Er bewies dadurch, daß er, fern von heroischen Lu-genden, das Nützliche dem Edeln und Moralischen vorzog. Dage-gen rühmt man mit Recht seine Gutherzigkeit und Unschuld. Im-mer rieth er zur Gelindigkeit und Milde, empfahl und wirkte Gna-den aus. So viel von Maccns Verhältnissen zu August; minderachtungswerth erscheint er als Privatmann., Die reichen und vor-nehmen Römer glichen damals mehr Fürsten als Privatleuten; ihreHäuser wetteiferten mir den prächtigsten Hofhaltungen. Mäcenaber hatte auf dem esquilinischen Berge einen mit den prächtigstenGärten umgebnen thurmartigen Palast, wie ihn vielleicht kein an-derer Römer, selbst nicht August, besaß. Hier überließ er sich nachBeendigung der Bürgerkriege, in einem Alter von ungefähr vierzigJahren, seinem Hange zur Ruhe, zum Vergnügen und zu den Kün-sten. Alles athmete Freude, Scherz und Wohlleben. Üppigkeit undFrivolität bezeichnen am besten den Charakter seiner liebsten Er-götzlichkeiten und Zeitvertreibe. Unter allen Schauspielen litbtc eram meisten die pantomimischen Tänze, welche er zuerst in Rom ein-führte. Der wegen seiner Kunst und Schönheit berühmte Bathyllfs, d.) war sein Liebling. Nicht minder liebte er den Gaumen-kitzel; er erfand selbst eine neue leckerhafte Speise. Die durch sei-nen wollüstigen Müßiggang ihm natürlich gewvrdne Schlaffheitdes Geistes zeigte sich nicht nur in seiner Kleidung, seinem Gange,seiner Haltung, sondern auch in seinen Versen und in seiner Prosa.Gegen seine letzten Lebensjahre wurde Augustus etwas kaltsinniggegen Mäcen, weil er, wie einige vermuthen, den Umgang desKaisers mit seiner Gemahlin Terentilla nicht gern sah. Sein Todversöhnte den August.wieder, der ihn mehrmals schmerzlich ver-mißte. Er starb nach Einigen kurz vor, nach Andern kurz nach Ho-raz, im Jahre Roms 745. Von seinen Schriften, deren Seneca,Jsidor und Andre erwähnen, ist nichts auf uns gekommen.

Mächtigkeit ist ein bergmännischer Kunstausdruck, und be-zeichnet, wenn von Gängen die Rede ist, die Breite derselben, beiZlbtzen aber die Dicke derselben.

Mack (Carl Freiherr von). Dieser durch seine Nnglücksfälleallgemein bekannt gewvrdne österreichische Feldherr wurde 175s zu