Mack 15
Neußlingen in Franken geboren, und wohnte bereit« seit dem sieben-jährigen Kriege mehrere» Feldzügen bei. Er trat als Fourier inkaiserliche Dienste. Seine ausgezeichneten Talente zogen bald dieAufmerksamkeit des Grafen Lascy auf ihn, der ihn zum Unter-Lieute-nant machte. Im Türkenkriege erwarb er sich das volle Zutrauendes Generals Laudon und wurde von diesem dem Kaiser Josephjenr-pfohlen, der schon früher Gelegenheit gehabt hatte, seine Thätigkeitkennen zu lernen. Er ernannte ihn noch kurz vor seinem Tode zumChef des Generalstabes, um ihn in einem etwanigen Kriege gegenPreußen zu gebrauchen. Da aber die an der schlesischen Gränze ver-sammelte Armee 1790 aus einander ging, so erhielt Mack einen Zeit-punkt der Erholung, deren er, wegen seiner durch anhaltendes Ar-beiten geschwächten Gesundheit, bedurfte. Der Prinz Coburg ruft«ihn jedoch schon 179Z zu seiner Armee in die Niederlande, um ver-schiedne Operationen von ihm dirigiren zu lassen, und Mack folgtedem Rufe, ungeachtet seine Körperkräfte noch nicht hergestellt waren.Er entwarf den Plan zur Überrumpelung der französischen Canton-nirungen an der Rör, zum Entsatze von Mastricht und zur Stür-mung des Lagers bei Famars. Bei der letztem Gelegenheit erhielter eine Schußwunde, die ihn nöthigte, sich auf sein kleines Gütchenin Böhmen zurückzuziehn. Allein der Feldzug von 1794 führte ihnauf den Kriegsschauplatz zurück. Er entwarf den so berühmt geword-.nen Plan dazu, und begab sich damit selbst nach London. »jMacks,auf zweckmäßige Überschwemmungen und auf rasche offensive Opera-rionen calculirter Plan" — sagt Archenholz im isten Bande der brit-tischen Annalen — „war kühn; allein er schien sehr richtig überdacht,und vielleicht hätte dessen Befolgung Belgien und Holland gerettet,ja dem ganzen Kriege eine andere Gestalt gegeben. Allein es muß-ten deßhalb andere, von vornehmerer Hand kommende Plane verwor-fen werden; man calculirte die Wasserschäden und das auch bei min-der großen Planen muthmaßliche Waffenglück; überhaupt war dabei«in mannichfaltiges Interesse zu vergleichen: alles das verursachte,daß der macksche Plan bei Seite gesetzt wurde." — Nachdem Coburgdas Commando niedergelegt hatte, (den 28. August 1794) entferntesich auch Mack wieder nach Böhmen. Nach dem Abgänge des Erz-herzogs Carl zur italienischen Armee wurde vom kaiserlichen Hofebeschlossen, Mack wieder bei der Rheinarmee anzustellen. Er warinzwischen bis zum Grade eines Feldmarschall-Lieutenants gestiegen.Nach dem Frieden von Campo Formio, als die Revolutionirungdes Kirchenstaats und der Fall von Malta sich ereigneten und einneuer Krieg gegen Frankreich bevorstand, begab sich Mack im Okto-ber 1798 nach Neapel, um auf den Wunsch des Königs Ferdinanddas Commando über die neapolitanische Armee gegen die Franzosenzu übernehmen. Sein Plan zu dem neuen Feldzuge war, nach demUrtheile der Kenner, so wohl entworfen, daß, hätte sich Mack ander Spitze einer österreichischen Armee befunden, kein Feind entkom-men seyn würde. Er siegte auch anfangs in mehreren Gefechte»und nahm den tasten November das Tags zuvor von den Franzosenverlassene Rom ein, mußte es aber, da die Truppen nicht mehr ihrePflicht thaten, den izten December wieder verlassen und sich zurück-ziehn. Er nahm eine feste Stellung bei Capua, und schloß in Ber-einigung mit dem Prinzen Pignatelli, Vicekönig von Neapel, amroten Jan. 1799 einen Waffenstillstand ab; aber jetzt brach bei derunerwarteten Wendung der Dinge fin Ausstand der Lazzaroni z»