r8 Madame MadraS
hatten sie 1644 das Fort Dauphin und eine kleine Eolonie angelegt,mußten sich aber wieder entfernen, da sie durch den Haß der Ein-wohner in eine mißliche Lage gekommen waren. Nicht glücklichersind die folgenden Versuche, sich festzusetzen, abgelaufen. Luch dieEngländer, welche das Fort Franshere erbaut hatten, mußten sichwieder zurückziehn.
Madame, ohne Zusatz, wird in Frankreich des Königs Bruder«Gemahlin, des Königs Katers Schwester oder des Königs MutterSchwester, oder die erste Kilo 6» I^ranc! (d. i. Tochter des Königsoder des bei seinen Lebzeiten verstorbnen Dauphins) genannt.Ll-räam-r äs krÄliv« heißen überhaupt die Töchter der französischenKönige. — Mademoiselle, ohne Zusatz, war ein Ehrentitel,welcher in Frankreich des Königs Bruders Töchtern, des König«WatcrS Bruders Töchtern oder des KönigS Mutter Bruders Töch-tern gegeben wurde. Im I. 1734 wurde verordnet, daß dieser Ti-tel nur der ersten Prinzessin von Geblüte gegeben werden sollte.
Maddison, s. Nordamerika.
Madera, Madeira, eine den Portugiesen, welche sie 141gentdeckten, gehörige Insel im atlantischen Meere, westlich von derafrikanischen Küste, nördlich über den Canaren. Sie ist sehr gebir-gig, hat aber fruchtbare Thäler, ein herrliches Clima und zählt aufeinem Flächenraum von 25 Quadratmeilen gegen 80,000 Einwohner.Die Haupkproducte sind Getraide, Zucker, Honig, Früchte, vornehm-lich Wein, von dem jährlich 25,000 Pipen gewonnen werden, unddas dem Mahagoniholz ähnliche Maderaholz. (S. Mahagoni).Won diesem Holze hat die Insel den Namen, denn Madera bedeutetHolz. Die Hauptstadt und der Sitz des Gouverneurs ist Funchalmit 15,000 Einwohnern und einem durch vier Forts geschützten Ha-sen. Der Handel von Madeira ist fast ganz in den Händen derEngländer.
Madonna. Mit diesem italienischen Worte, welches gleichbe.deutend mit dem französischen Madam ist, wird vorzugsweise dieMutter Maria bezeichnet. Daher Madonnengestcht, Madonnenbild !». s. w. (Vergl. Maria).
Madras, eine Stadt in Carnate, auf der ostindischen Küste -von Coromandel, seit 1641 den Engländern gehörig. Sie ist wich-tig wegen ihres Handels, und als der Sitz einer der englischen Prä- 1sidentschastcn oder Regierungen in Ostindien. Eigentlich besteht sie ,aus drei Theilen, nämlich dem Fort St. George, worin derGouverneur residirt, der sogenannten schwarzen Stadt, bewohntvon Armeniern, Juden, Mohren, und den reichsten hindostanischenKaufleuten, und der von den gemeinen Jndiern bewohnten Stadt. >Unter diesen sind 15,000, welche Zitze und Leinwand machen; 30,000 ,
beschäftigen sich mit Glasarbeiten. Die ganze Zahl der Einwohnerbeläuft sich auf 300,000. Außer seinen Manufakturen hat Madras -zugleich einen äußerst ausgebreiteten Handel mit allem, was die -Küste Coromandel hervorbringt und sich hier in großen Magazinen !vereinigt findet. Es hat auch hier die evangelisch-lutherische Mis- >
sion eine malabarische Schule angelegt,- welche 1752 nach Wöperli z
verlegt worden ist. Im I. 1743 wurde Madras von den Franzo, j
sen unter la Bourdonnaye erobert und da der GouverncurDu Pleik >
die von- dem Eroberer geschlossene Capitulation verwarf, wurde die !
schwarze Stadt völlig zerstört. Im I. 175Y belagerten es die Fran- «
zosen vergeblich. — Die Präsidentschaft Madras begrtist das um die i