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Dictator ernennen ließ. Bon dieser Zeit an wurde die konsulari-sche Gewalt nie wieder ganz hergestellt- Die Ermordung Cäsarshalf nichts dazu, da bald hernach die Triumvirn Octavius, Anto-nius und Lepidus, sich einer noch unumschränktem Gewalt anmaßten,endlich aber Octavius unter dem Titel Lrincop» oder ImperatorBeherrscher des römischen Reichs wurde. Roms Freiheit war vondieser Zeit an dabin; nur zum Schein behielt Augusrus die repu-blikanischen Magistratswürden bei- Im Anfang der Republik schei-nen die Consuln die einzigen beständige» Magistrate gewesen zuseyn. Wegen der unaufhörlichen Kriege aber, die ihre Gegenwartbei der Armee nothwendig machten, wurden nach und nach nochverschied»« andre Magistrate gewählt, als Prätoren, Censoren,Bolkstribunen u. s. w. Berschiedne neue Magistrate kamen auchunter den Kaisern auf. Die römischen Magistrate wurden verschie-dentlich eingetheilt: in ordentliche und außerordentliche; hdhere undniedere; curulische und nicht curulische; patricische und plebejische;städtische und Provincialmagistrate. Der Unterschied in patricischeund plebejische Magistrate kam erst im I. Roms 260 auf, und derin städtische und Provincialmagistrate erst, als die Römer ihre Er-oberungen über die Gränzen Italiens ausdehnten. Die ordentli-chen Magistrate zerfielen in höhere und niedere; zu erstem gehörtendie Consuln, Prätorcn und Censoren, zu letztem die Volkstribu-nen, Ädilen, Quästoren u. s. w. Die wichtigsten außerordentli-chen Magistrate waren der Dictator mit seinem Magister cquitumund der Jnterrcx. Der Unterschied zwischen kurulischen und nichtkurulischen Magistraten beruhte auf dem Rechte, sich der Sella cu-rulis bedienen zu dürfen, welches nur der Dictator, die Consuln,Prätoren, Censoren und kurulischen Ädilen hatten. — Die Wah-len der Magistrate geschahen zur Zeit der Republik in den Comi-tien, besonders in den centuriatis' und tributis, in erstem dieWahlen der ordentlichen höhern Magistrate, in letztem der ordent-lichen niedern. Unter den Kaisern ist die eigentliche Beschaffenheitder Magistratswahlen ungewiß.
Magliabecchi (Antonio), großherzoglicher Bibliothekar zuFlorenz, war daselbst am 28ten,Oktober 16ZZ geboren. Seine Mut-ter brachte ihn nach dem frühzeitigen Tode seines Bakers zu einemGoldschmid in die Lehre, vermocht- aber nicht, seine Liebe zur Lite-ratur, welche er theils in den Feierstunden, theils selbst währendder Arbeit zu befriedigen suchte, zu unterdrücken, und ihr Tod,welcher 167g erfolgte, war für ihn Ermunterung, sich nun ganzdem Studium der Sprachen und der schönen Literatur zu widmen.Bei einem eisernen Fleiß und einem ungeheuern Gedächtniß erwarber sich in kurzer Zeit eine Masse von Kenntnissen, welche ihn nichtnur allgemein bekannt und berühmt machte, sondern auch nament-lich zür Kenntniß des Großherzogs, Cosmuß III. brachte,der ihn zum Bibliothekar an der von ihm neu angelegten Bücher-sammlung ernannte. Diesen Posten, welcher seinen Neigungen undKenntnissen völlig entsprach, verwaltete er zur allgemeinen Zufrie-denheit, Seine Bereitwilligkeit, mit den Schätzen sowohl seinereignen beträchtlichen, als auch der ihm anvertrauten Bibliothek Ein-heimischen und Auswärtigen, und selbst den entferntesten Gelehrten,von welcher Konfession sie auch seyn mochten, zu dienen, kannteseine Gränzen. Wenig literarische Unternehmungen wurden gewagt,ohne bei dem florentiner Ljterator sich Raths zu erholen, und daher