Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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Magna Charta Magnet 2y

findet sich auch sein Name in unzähligen Vorreden jener Zeit, inBriefsammlungen, Reisebeschreibungen rc. so sehr gefeiert. Bei die-ser Tugend zeichnete er sich durch eine beispiellose Anspruchslosigkeitund Bescheidenheit aus, welche bis zur entschiednen Gleichgültig-keit gegen allen Schein und Äußeres, ja bis zur Vernachlässigungseiner selbst ging, und sogar in einen kleinen Cynismus ausartete.In den abgetragensten Kleidern, die er nie wechselte, ging er außerdem Hause und in seiner Wohnung; seine Nahrung und sein Haus-rath war äußerst gering, und in seinem Hause waren überall Bü-cher in den verschiedensten Gruppen hoch aufgethürmt, die ihm ausMangel an Raum oft statt Lisch, Stuhl und Bette dienten. Innigzufrieden mit seiner Lage, beschloß er sein Leben am i-sten Juli1714 in dem hohen Älter von 81 Jahren. Die stete Treue, welcheer durch sein ganzes Leben den Großherzogen (deren Dienste zu ver-lassen ihn weder die vortheilhasten Änerbietungen Kaisers Leopoldnoch die schmeichelhaften Einladungen mehrerer Päpste verleitenkonnten) bewiesen hatte, besiegelte er noch nach seinem Tode ineinem Vermächtnisse, durch welches er ihnen nicht nur seine eigne,eben so zahlreiche als schätzbare, Bibliothek, sondern auch sein gan-zes in ihrem Dienste erworbenes Vermögen (welches er zur Ver-mehrung der Bibliothek bestimmte) zuwendete. Biese Bibliothekwurde jedoch erst im Jahr 1747, durch ein Paar andre Sammlun-gen bedeutend verstärkt, aufgestellt, und Ferd. Fossius gab zu Flo-renz 179z — 1795 in drei Folianten ein Verzeichniß der in dersel-ben befindlichen DruSerdenkmale des rzten Jahrhunderts heraus,deren Zahl sich auf anderthalbtausend belauft. Ob er gleich selbstunter seinem Namen nichts herausgegeben hat, so hat er doch theilsmehrere seltne Werke anonym wieder drucken lassen, theils zu un-zähligen Büchern, z. B. zu den Ami, eanccoruin, die zahlreichstenund wichtigsten Beiträge geliefert. Bon den zahlreichen an ihn ge-schriebenen Briefen hat Joh. Largionius zu Florenz (1745 ff.) meh-rere Bände herausgegeben. ^

Magna Charta, s. Cbarta magna.

Magnaten, ein verdorbenes lateinisches Wort, die Großen,hießen in Polen und heißen noch jetzt in Ungarn angesehene Reichs-stände, welche an der Regierung des Staats Theil nehmen. InPolen waren es die geistlichen und weltlichen Senatoren oder Reichs-räthe und der hohe Adel; zu den Senatoren rechnete man die Erz-bischöfe von Gncsen und ehedem auch von Lemberg, die Bischöfe,Woiwoden, Castellane und Reichsbeamten oder Minister. In Un-garn versteht man nicht alle Reichsstände, sondern nur die Reichs-barone darunter. Diese sind: l. die größer», nämlich der Pala-tin, Reichs- und Hofrichter, Ban oder Statthalter von Croatien,Slavonien und Dalmatien, Schatzmeister und die höchsten Hofbeam-ten; 2. die kleinen, oder Grafen und Freihecrn. — Den Prä-laten, niedern Edelleuten und königlichen Freistädten -kommt dieseBenennung nicht zu.

Magnet heißt zunächst ein Eisenerz, welches in Menge indem Magnetberge von Werchoturien in Newyork, im Spitzenbergeam Harz und anderwärts gefunden wird. Dieses Eisenerz hat einender Farbe des Eisens ähnlichen Anstrich, kommt meistens in unre-gelmäßigen Stücken, seltner in kleinen pyramidalischen krystallenvor, ist hart, spröde und zeichnet sich durch die merkwürdigen Ei-genschaften aus, daß es das Eisen anzieht, sich in einer freilchwe-