go Magnet
benden Lage nach den Polen richtet und diese beiden Kräfte deinEisen mittheilt. Dieses Erz heißt natürlicher Magnet, zumUnterschiede von denen, welche durch die K mst, d. i. durch Mitthei-lung oder durch Erweckung der magnetischen Kraft im Eisen undStahl, hervorgebracht werden. Nicht Eis n allein, wie man bishergeglaubt hat, sondern auch das allerreinste Kobaldmetall wird vondem Magnet angezogen; ja man weiß, :aß der Kobald wiederumden Magnet anzieht und selbst magnetisch wird. Ferner entdeckteA. v. Humboldt bereits vor seiner amerikanischen Reise eine Ge-bikgskuppe von Serpentinstein in der obern Pfalz, welche einenstarken Magnetismus zeigte, und auf seiner Reise in Südamerikafand er auf dem Chimboraffo einen Porphyr von gleicher Eigen-schaft. Zwar ziehen beide Steinarten kein Eisen an, aber sie zei-gen die polarisirende Kraft oder die Neigung, mit dem einen Ende« ch nach Norden und mit dem andern nach Süden zu kehren. —Gewöhnlich lassen sich an allen Magneten zwei gerade einander ent-gegenstehende Punkte bemerken, wo die Anziehungskraft am stärk-sten zu wirken scheint. Dies zeigt sich, wenn man einen Magnetüber Eisenftilspäne hinwälzt, welche sich zwar allenthalben, am mei-sten aber an den erwähnten beiden Punkten ansetzen, wo sie gleich-sam einen Bart bilden. Diese beiden Punkte werden die Pole desMagnets genannt; die Neigung aber, sich mit den Polen nach derGegend der Erd- und Himmelspole zu richten, heißt seine Pola-rität. Der nach Süden gekehrte Punkt führt den Namen Süd-pol, der nach Norden wird der Nordpol genannt; die geradeLinie von einem zum andern heißt die Are des Magneten. Bis-weilen findet man unter den natürlichen Magneten einen, weichermehr als zwei entgegengesetzte Pole hat. Ein solcher scheint ausmehrern in einander verwachsnen Magneten zu bestehn und heißtein zusammengesetzter oder anomalischer Magnet. SeineAnziehung gegen das Eisen beweist der Magnet dadurch, daß erdasselbe in einer gewissen Entfernung sich, oder, wenn er mehr Be-weglichkeit hat, sich selbst dem Eisen nähert, und es mit merk-licher Kraft fest hält. Je stärker der Magnet ist, in desto größererEntfernung wirkt er und desto mehr Kraft gehört dazu, i^n vondem Eisen wieder zu trennen. Weiches reines Eisen wird nachMusschenbroek am stärksten, hartes Eisen und Eisenerze, deß-gleichen Stahl schwächer angezogen. Ist das Eisen mit andern Ma-terien vermischt, oder verkalkt, so erscheint der Grad der Anzie-hungskraft gegen dasselbe immer schwächer. Mehrere Physiker,welche sich bemühten, den Grad der magnetischen Anziehung zu be-stimmen, fanden das Gesetz, daß sich die anziehende Kraft eines je-den einzelnen Lheilchens des Magnets direct wie sein Abstand vomMittelpunkt, und verkehrt wie die Ouadratzahl der Entfernung vomangezogncn Punkte verhalte. Saussurc entdeckte, daß die Kraftdes Magnets an verschleimen Orten der Erde veränderlich-sey. Ver-stärkt wird die Kraft des Magneten, wenn man die Seiten, worandie Polpunkte befindlich sind, glatt abschleift, und dünne eisernePlatten, die in dicke fußähnlichc Enden auslaufen, genau darananlegt. Diese Belegungen, welche man die Armirung oder Be-waffnung des Magnets nennt, ziehen das Eisen stärker an, altder bloße Magnet. Man will gefunden haben, daß ein arnurkerMagnet 16 bis 40, ja Z20 Mal mehr Gewicht trägt, als ein un-armirter. Farbe, Gestalt und Härte, so wie Größe oder Schwere