Magnet z»
haben keinen Einfluß auf die Kraft eines Magnets. Oft besitzt einkleines, aus einem größer» Stück hecausgcschnitten, mehr Kraftals zuvor das Ganze. Die Wirkung des Magnets auf das Eisenwird durch einen dazwischen befindlichen Körper nicht gehindert^,nur muß letzterer selbst nicht gegen die magnetische Kraft empfind-lich seyn. Merkwürdig ist es, daß man die Stärke des Magnetsdadurch erhöben kann, daß man ihm (bis zu einer gewissen Gränze)immer mehr und mehr zu tragen gibt, und daß dagegen seine Kraftverloren geht, wenn man ihn unbeschäftigt läßt. Ebenfalls verliertsie sich durch Glühen und Selbsterkalten, durch Schlagen auf Stei.nen mit Steinen, und durch öfteres Fallenlassen; auch ist Rost,der Blitz und überhaupt die Elektricität ihr nachtheilig. In Anse-hung seiner Polarität bietet der Magnet nicht weniger merkwür-dige und zugleich räthselhafte Erscheinungen dar. Wenn man einestählerne, auf einer Spitze frei und beweglich ruhende Magnetnadel,an deren beiden Spitzen sich die Pole derselben befinden, an denPol eines Magnets hält, so wird die Nadelspitze von einem der-selben angezogen, von dem andern aber abgestoßen; der andre Poldes Magnets wirkt entgegengesetzt; und dieselben Erscheinungen zei-gen sich sämmtlich umgekehrt an der andern Spitze der Stadel. Dieeinander anziehenden Pole hat man freundschaftliche, die sichabstoßenden hingegen feindliche genannt; auch nennt man Nord-pol und Südpol ungleichnamige, Nordpol und Nordpol aber,so wie Südpol und Südpol, gleichnamige Pole. Das magne-tische Abstoßen läßt sich in ein Anziehen verwandeln, wenn ein sehrstarker einem sehr schwachen Magnet so nahe gebracht wird, daß diesüdliche Polarität durch Null in die nördliche übergeht. Hieraushat man mit einiger Wahrscheinlichkeit auf zwei verschleime magne-tische Materien geschloffen, wovon die eine die andre schwächt, unddi. sich überhaupt in ihren Wirkungen eben so verhalten, wie diepositive und negative Elektricität. Man nennt auch die nördlichePolarität wirklich die positive, so wie die südliche die nega-tive, obgleich zwischen der Natur der magnetischen und elektrischenMaterie ein großer Unterschied ist. Damit soll aber nicht die wirk-liche Existenz von zwei verschleimen magnetischen Materien behaup-tet werden; diese ist noch nicht bewiesen. In der einstweiligen Bor-aussetzung derselben bezeichnet man die eine -s- ivl, die andre— iVl;jenes ist die nördliche, dieses die südliche. Wenn wir nun unsreErde (wie es allerdings gewissermaßen geschehn kann) als einenMagnet betrachten, welcher sich in den südlichen Theilen als -s- IVl.in den nördlichen aber als — lVl zeigt, so läßt sich daraus dieRichtung der Pole eines Magnets nach Norden und Süden erklä-ren. Auffallend ist auch an dem Magnet die Eigenschaft, daß erseine Kraft dem Eisen mittheilt, wodurch die künstlichen Magneterntstehn. Wenn ein Stückchen Stahl oder Eisen eine Zeit lang aneinem Magnet gehangen hat.oder auch nur mit demselben bestrichenworden ist, so wird es selbst magnetisch und zieht anderes Eisenan. ,Man darf dies nicht für eigentliche Mittheilung der magneti-schen Materie halten, da der Magnet dadurch nichts an seiner Kraftverliert, und überdies das Stück Eisen oder Stahl auch nicht da«Aipfängt, was der Magnet hat, sondern jedesmal das Gegentheil.Vielmehr stellt man sich, wie bei der Elektricität, vor, daß die(vorausgesetzten) beiden magnetischen Kräfte -j- und — lVl imgemeinen Eisen gebunden und, da sie sich im Gleichgewicht befinden,