Band 
Sechster Band. M und N.
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32 Magnet

nicht bemerkbar sind; in dem magnetisirten Eisen aber, durch dieKraft des Magnets das Gleichgewicht aufgehoben, eine Vertheilungder magnetischen Kraft bewirkt und dadurch Polarität hervorge- *bracht werde. Jeder Pol eines Magnets wirkt auf das Eisen schon 6in einer gewissen Entfernung. Der Raum, durch welchen sich diese °Wirkung erstreckt, nennt man den magnetischen Wirkungskreis oderdie magnetische Atmosphäre. Bei. dieser Wirkung findet das näm-liche Geietz Statt, wie bei der Elektricität. Ein jeder magneti- ^scher Pol sucht in demjenigen Eisen oder eisenhaltigen Körper, der Ain seinen Wirkungskreis kommt, eine der seinigen entgegengesetzte ^magnetische Kraft zu erwecken; aus welchem Gesetze das allgemeineGesetz folgt: ungleichnamige Pole der Magnete ziehen sich an, gleich- ^

namige stoßen sich ab. Wenn man einen nnmagnetischen Stab Ei- ?

sen oder Stahl in den magnetischen Wirkungskreis eines Pols bringt, r'

welcher freies -s- iVI hat, so trennt dies beide bisher gebundne, also "

rm Gleichgewicht befindliche und unmerkliche ILl des Eisenstabes, in A

dem es — M schon in der Ferne anzieht, und daher in dem Theile A

des EisenS, der ihr am nächsten ist, — kk hervorbringt, das -s- !Vl ^

hingegen zurückstößt, welches das andere Ende des Eisens empfängt. A

Stärker und dauerhafter als durch Erweckung theilt man einem Ei- «

sen- oder Stahlstabe die magnetische Kraft durch das Streichenmit. Dies geschieht entweder durch den einfachen Strich, indem ssman den Stab von seiner Mitte aus nach der einen Seite mit demeinen und nach der andern Seite mit dem andern Pole des Magnets ^

in einerlei Richtung mehrmals streicht, oder durch den Doppelstrich, „

wenn man den armirten Magnet mit seinen beiden Polen der Länge .

nach aufsetzt und so mehrere Male von dem einen bis zum andernEnde -streicht, und zuletzt den Magnet wieder von der Mitte desStabes abführt. Diese und andre merkwürdige Erscheinungen er- -klärt man aus dem Gesetze der Bertheilung der magnetischen Mate- ^rie auf die Weise, wie bei der Elektricität. Aber auch ohne Mit-theilung oder Erweckung der elektrischen Kraft lassen sich Eisen hund Stahl dadurch magnetisiren, daß man sie entweder lothrccht, ^oder noch besser im magnetischen Maridiane gegen den Horizont un- ^ter einem Winkel, den die Neigung der Magnetnadel angibt, eine ^Zeit lang aufstellt. Indeß währt die magnetische Kraft nur so ^lange, als man das Eisen oder den Stahl in keine horizontale Lagebringt. Eine eiserne Stange wird dadurch magnetisirt, daß man sievertikal in der einen Hand hält, und mit der andern mittelst eines AHammers oder Schlüssels der Länge nach herab gelinde anschlagt. ^Das untere Ende wird der Nord- und des obern der Südpol; kehrt ^man aber die Stange um, so verwechseln sich die Pole. Durch y,Hämmern, Feilen, Bohren und überhaupt durch Operationen, ^welche mit Reiben verbunden sind, läßt sich das Eisen gleichfallsmagnetisiren. Auch zeigt glühendes, im Wasser abgelöschtes EisenPolarität. — Erst nachdem man die Abweichung der Magnetnadelentdeckt hatte, sing man an, die magnetischen Erscheinungen von Wder Erde abzuleiten und sich an Erklärung derselben zu wagen. ^Wir übergehen die Hypothesen des Descartes, Dalance, Euler, du ^Lour, Apinus, Wille, Burgmann, der Bernoulli, Kratzensteins,Gablers und Prevosts, von denen keine genügt. Alles, was wirvon der magnetischen Materie wissen, besteht darin, daß sie in der yxNatur weit verbreitet ist und bei vielen Operationen in derselben ^wie die Elektricität mitwirkt, in