Band 
Sechster Band. M und N.
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33
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Magnetismus 33

Magnetismus, thierischer, von Andern animalischer,auch, und wohl bis jetzt am passendsten, Lebensmagnetismusgenannt, ist die Übertragung eines feinen und unsichtbaren, aber aufdas Nervensystem und das Lebensprincip des Menschen unmittelbarhöchst.kräftig einwirkenden Agens (Stoffes, Fluidums), von einemMenschen auf den andern mittelst eigen kunstmäßig eingerichteter Be-rührungen, Bestreichungen oder leitenden Vermittlungen (Conducto-ren). Er ist ähnlich dem Electricismus und GalvaniSmus der äußernNatur, indem bei allen das Eindringen eines feinen wirksamen Flui-dums in den Körper Statt findet, verschieden, indem bei jenen durchden eindringenden, aber nicht verweilenden, der organischen Naturnoch ungleichartigen Stoff nur ein vorübergehender Reiz hervorge-bracht wird, bei diesem aber durch einen bleibenden Übergang und dieinnige Beimischung eines dem innern Lebensprincip ganz gleicharti-gen Stoffes der Körper einen wirklichen Zuwachs der ihm inwoh,-nenden Lebenskraft erhält. Der Name wurde diesem Agens der'Na-tur von Mesmer» (vergl. diesen Art.), seinem Finder, deßwegen mit-getheilt, weil durch die Erscheinung bei dem mineralischen oder na-türlichen Magnet ein wirkliches Aus - und Einströmen eines feinenFluidums nach gewissen Gesetzen sich darstellen und durch kunstmäßi-ges Streichen mittheilen läßt. (Vergl. den Art. Magnet.) Worindas Wesen des animalischen Magnetismus eigentlich bestehe, ist bisjetzt noch nicht erklärt worden, inzwischen läßt sich aus den Erschei-nungen desselben vermuthen, daß das hier Wirkende entweder dasnervendelebende Princip selbst, oder doch mit ihm sehr nahe verwandtsey. (Siehe den Art. Nervensystem.) Die Übertragung desselben voneinem Menschen auf den andern und die Erregung der verschiednenmagnetischen Zustände geschieht nun auf verschiedene Weise. Nichtjeder, sondern nur derjenige kann auf einen andern Menschen undmit Nutzen magnetisch einwirken, welcher in physischer Hinsicht einÜbergewicht an Energie, in Beziehung auf den zu Magnelisirenden,besitzt und vollkommen gesund ist, in psychischer Hinsicht aber aucheine gesunde und starke Seele besitzt. Der Magnetiseur muß fernerein moralisch reiner Mensch seyn; denn ein unlauteres und verderbtesGemüth wird von dem in magnetischem Zustande befindlichen Kranken,bei welchem überhaupt ein erhöhtes Gefühl Statt findet, wo das In-nere in ihm stärker und lebendiger als gewöhnlich anspricht, wo ur-sprüngliche Reinheit und Lauterkeit sein ganzes Wesen erfüllt, eineKlarheit und Verfeinerung des innern Sinnes eintritt, daß diemagnetifirte Person in der Seele des Magnetiscurs lies't, um so leich-ter und schneller erkannt, und es wirkt nicht wohlthätig, sondernverderblich auf ihn. Auch Charakterfestigkeit wird von dem Magnc-tiseur erfodert, sowohl weil jede heftige Gemüthsbewegung desselbenwidrige Wirkung bei dem Kranken veranlaßt, er entweder ganz oderzum Theil seinen Einfluß auf den Kranken verliert, und hierdürchdie magnetischen Crisen gestört werden, als auch weil ungewöhnlicheVorfälle und Erscheinungen, die nickt selten bei dem Magnetisirensich einstellen, Gegenwart des Geistes, Ruhe und Beharrlichkeit er-fordern. Endlich aber gehört auch lebendiger Glaube und fester Willedazu, um die magnetische Einwirkung ganz in seine Gewalt zu be-kommen. Die magnetische Behandlung selbst ist theils einfach, woder Magnetiseur allein wirkt, theils zusammengesetzt, wo er sich nochäußerer Hülfsmittel bedient. Die einfache Behandlung belicht theilsin dem nach gewisse» Regeln bewirkten Ankeuchen (das Adspirirenl,Ser». ükr. (N. Auü.) VI. g