4 r Magnetnadel
fche Kraft auch durch Armirung (s. Magnet) mittheilen. Jede ^
Nadel ist indeß nur eines bestimmten Grades von dieser Kraft ^
fähig, welcher nicht überschritten werden kann. Viel kommt auf die h,
ganz horizontale und völlig freischwebende Lage der Nadel an. Um ^
alle Reibung zu verhüten, welche bei dem gewöhnlichen Auflegen der ^
Nadel auf den Stift nicht ganz vermiesen werden kann, hat mandas Aufhängen derselben mit glücklichem Erfolge versucht. Nach U
Cavallo dient dazu eine feine Kette von Pferdchaaren, nach Ben- ^
net ein Faden aus dem Gewebe einer Kreuzspinne am besten. Fer- ^
ner muß der Apparat, worin die Nadel hängt, so beschaffen seyn, c<>
daß die Luft nicht auf den feinen Faden wirken kann. Man hat g,
aber auch bemerkt, daß Kälte, Hitze, Blitze, überhaupt atmosphäri- qx
sche Electricität und das Nordlicht Einfluß auf die Magnetnadelhaben. Wenn aber auch alle diese Umstände gänzlich entfernt blei-den, so hat doch die vielfältige Erfahrung bei dem Gebrauche des mCompaffes gelehrt, daß die allgemeine Regel: die beiden Enten der neMagnetnadel richten sich jederzeit nach den Polen der Erde, ihre „egroßen Ausnahmen leidet. Bei der Umseglung der Erde stößt man P
auf viele Stellen, wo die Nadel nicht mehr genau die Polgegenden gx
anzeigt, sondern merklich nach beiden Seiten abweicht. Dieses merk- tn-
würdige Phänomen ist unter dem Namen der Abweichung oder rg
Declination der Magnetnadel bekannt. Sie ist eigentlich der d«
Winkel, welchen die Richtung dieses Instruments mit der Mittags- d>
linie eines Orts macht, wenn die Mittellinie eines Compaffes genau g,
über dem Meridian desselben steht. Bald ist sie östlich, bald west-lich, bald größer, bald geringer, in den meisten Fällen aber findet d
sie Statt. Man hat bereits eine so große Menge von Beobachtun- N
gen der Abweichung auf der ganzen Erde gemacht, daß man Abwei- k>
chungs- oder Dcclinarionskarten hat entwerfen können. Aber diese dc
Karten sind nur für einige Zeit brauchbar, da ununtcrbrochnc, st,
eine lange Reihe von Jahren hindurch fortgesetzte Beobachtungen zu A
London und Paris dargethan haben, daß die Abweichung an einerleiOrt veränderlich ist. Sehr wahrscheinlich ist die Witterung, na- wmentlich die Abwechselung zwischen Wärme und Kälte und insonder- h«heit die Electricität dabei wirksam. Fast unwidersprechlich führen sodarauf Sauffure's meteorologische Beobachtungen und daraus gezo- m
gene Resultate. — Eine andre sonderbare Erscheinung bei der s,
Magnetnadel ist ihre Neigung oder Jnclinakion, welche sich m
dadurch zeigt, daß die eine Spitze, bei völligem Gleichgewicht der rc
Nadel, sich gegen den Horizont neigt. Man nimmt sie an den d>
meisten Orten der Erde, doch nicht überall auf gleiche Art und un- m
ter gleichem Winkel, wahr. Sie stu beobachten, hat man eigne Nei- A
gungsco m passe. In dem größten Theil der nördlichen Halbku- o>
gel unsrer Erde ist es der Nordpol der Magnetnadel, welcher sich C
gegen den Horizont neigt. Diese Neigung, wobei sich der Südpol z«
hebt, wird die nördliche genannt. Sie nimmt zu mit der Annä- n,
yerung an den Pol. In der südlichen Halbkugel hebt sich der Nord- te
pol der Nadel, indem sich der Südpol gegen den Horizont neigt, tc
Diese Neigung heißt die südliche. Sie nimmt ebenfalls zu, je h,
mehr man sich dem Südpol nähert. Es gibt Örter auf der Erde, di
wo sich die Magnetnadel gar nicht neigt > diese fallen zwar nicht, A
wie man aus dem Bisherigen schließen möchte, unter den Aqua- P
ror, doch aber in dessen Nähe. Sie ist ebenfalls veränderlich, aber ol
nicht in dem Grade, wie die Abweichung. Die Ursach der Neigung «!