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Künstler sich bedient, nicht auf die durch dieselben darzustellende«Ideen bestimmt. Daher gibt es auch eine technische und eineästhetische Theorie dieser Kunst. Letztere gehört in der Kürzeviel er. H. Als bildende Kunst stellt die Mahlcrei das Schöne insichtbaren Gestalten für das Auge ruhend dar; der Künstler sollalso etwas Vollendetes für die äußere Anschauung des Augeshervorbringen, ist aber im Verhältniß zu dem Dichter dadurch be-schränkt, daß er das Sichtbare in einem bestimmten Raume undzwar so darstellt, wie ein Augenblick es zeigt, manches daher, weiler diesen Moment festhalten muß, nicht darstellen kann und darf,was die in Bildern wechselnde Darstellung des Dichters wohl auf-nehmen kann, z. B. das Schrecklichste, das Schnelldeweglichste, die'kühnsten Kontraste. Dagegen ist die Mahlcrei als bildende Kunst derDichtkunst darin überlegen, daß sie die gleichzeitigen Züge und Ei-genschaften oder Gegenstände mit erschöpfender Kraft und Treue,Bestimmtheit und Anschaulichkeit aitszufaffen und mitzutheilen ver-mag, ja in noch eigentlicherem Sinne sichtbare Gegenstände dar-stellt (s. Darstellung); dahingegen der Dichter nur die bedeutsamstenmnd bezeichnendsten Merkmale des Gleichzeitigen heraushebt, unddurch Nennung derselben die Phantasie zur selbstthätigen SchöpfungDeß Bildes anzuregen sucht. Am sinnlichlebendigsten stellt unterollen bildenden Künsten die Mahlerei das individuelle Leben der Ge-genstände dar. Zwar bildet sie nur scheinbare Körper, indem siedurch Farben schildert, welche —vorzüglich in der Darstellung lebendi-ger Wesen — nur auf der Fläche die Wirkungen einer schönenKunst hervorzubringen fähig sind; sie zeigt mithin die Körper, wiesie dem Auge von einer einzigen Seite erscheinen; aber sie weißdurch Licht und Schatten und durch die Perspective das Auge stberdiese Abwesenheit der Raumerfüllung so zu täuschen, und durchNachbildung der ätherischen Reize der Lichtwelt ihren Schcingestal-tcn ein so lebendiges Daseyn zu verleihen, daß man ihr unter allenbildenden Künsten die meiste Illusion (s. d. Art.) zuschreibt, undl-aher dem Ausdruck Gemählde die Bedeutung der ausführlichstenSchilderung der Gegenstände nach ihren eigenthümlichen sinnlichenBeschaffenheiten und Zügen (mit Unrecht nur dann, wenn man diesaus einzelne Naturerscheinungen bezieht) beilegt. Diese Bedeu-tung wird nachher auf Werke der Dichtkunst und Musik, aber nurfigürlich, übergetragen, und man redet von einem poetischen Ge-mählde oder mahlerischen Gedicht, so wie von einem Tongemählde.Ersteres kann nur eine ausgeführtere, in sich abgeschlossene poeti-sche Schilderung, oder poetische Charakteristik heißen (z. B. eineIdylle, ein Familiengemählde, nur daß man bei letzter» zusehr auf die gemeine Wirklichkeit und ihre Nachahmung zu sehenps-egt), da überhaupt die Poesie mehr das Innere und seine unmit-tek«ren Äußerungen schildert, in der ausführlichen Beschreibungdes Gleichzeitigen aber ihre natürlichen Gränzen überschreitet.Aus letzterem Grunde gibt es keine eigentliche beschreibende odermahlerische Poesie als Dichtungsart (s. Poesie), und jedes ibeschreibende Gedicht hört aus, ein freies Werk der Phantasie zufern, indem es vergeblich seinen Bildern die Bestimmtheit zu gebenstrebt, die nur den Sinnengegenständen möglich ist, und da-durch in ei» ängstliches Nachbilden oder Herzählen der sinnlichenEigenschaften verfällt, wobei kein poetisches Ganzes und kein Total-<B'?:t möglich, sondern die Freiheit des Lesers zu sclavischem Dienste