Mahlerci 45
en gezwungen wird, und wobei, wie Jean Paul sich ausdrückt, die
ne Bühne handelt und die Personen zum Schauplatz werden. (Man vev,
ize gleiche über die Art, wie der Dichter mahlt, die trefflichen Beiner-
in kungen des Letzteren in seiner Vorschule der Ästhetik. N. Äusg. int
oll XlV Programm.) Eben so kann ein Lonstück nur analog oder
es vergleichungsweise, und zwar als charakteristische und lebendige
ie- Schilderung gewisser Gefühle, ein Longemählde genannt werden;
nd keinesweges aber als Nachahmung der hörbaren Klänge in der Na-
eil tur, weil die Nachahmung der Natur überhaupt das Wesen der
rf, Kunst nicht umfaßt, das Tonstück aber Hanz vorzüglich, als das
,f- Vollendetere, oder als Harmonie von Tonen, durch Nachahmung
,ie des Unvollendeten und Unharmonischen, d, i. einzelner hörbarer Ver-irr Lnderungen und Bewegungen in der Natur nothwendig ins Klein-st- liche verfallen, und sich unter die Würde der Kunst erniedrigen:
,e, würde; noch weniger als Nachahmung des Sichtbaren, welches un-
:r- mittelbar durch Töne niemals dargestellt werden kann. Den Fort-
r- schritten, welche in der neuern Zeit die Tonkunst gemacht hat, Ha-rn den wir es zu verdanken, daß das eben gefällte Urtheil über die
nd musikalischeMahlerei jetzt fastallgemeingeworden. und diemusika-
„g lischenCompositioncn einer Schlacht von Jena, Lusterlitz rc., wie Über-see Haupt die gesammte musikalische Mahlerei mehr ein Gegenstand der
!e- scherzenden Darstellung, oder der Persiflage geworden ist. Doch wir
sie kehren zur Mahlerei zurück. Die Mahlerei kann Körper nur dadurch
,i- auf der Fläche darstellen, daß sie dieselben nach ihren perspectivi-
en scheu Umrissen auf der Fläche zeichnet; ihr liegt also die Zeichen-
-ie kunst gleichsam zum Grund«, und ein Grundbestandtheil jedes Ge-iß mähldes ist die Zeichnung. Die Mahlerei unterscheidet sich von der
er Zeichenkunst nur dadurch, daß sie die Gegenstände mit ihren eigen-
ch thümlichen Farben darstellt, mithin durch das Colorit, oder die
,l- Farbengebung und die höhere Vollkommenheit des Helldunkels, (s.
en Zeichnung, Aeichenkunst); sie ist eine Zeichnung durch Farben, und
id man darf daher die Farbe in einem Gemählde nicht als etwas erst
en Hinzukommendes ansehen (hierdurch unterscheidet es sich auch von
rn einer illnminirten Zeichnung oder dem illuminirten Kupferstich),
es sondern die Zeichnung wird durch das Wesen der Farbe modificirt,
u- wenn gleich Farbengebung ohne Zeichnung nicht möglich ist. Die
ir Zeichnung wird in der Mahlerei zu einem vollkommen belebten Gan-
e- zen, sie bestimmt den Charakter der Formen und gibt ihnen Be-
e. stimmtheit, die Farbe gibt ihnen Leben und Seele; denn Licht und
i- Farben sind ja selbst etwas Geistiges und Ätherisches. Sie verhal-le len sich also wie Objectives und Subjektives. Das Colorit hat, wie
j>> dir Stimmung, aus welcher die Darstellung hervorgeht und nach
m der herrschenden Idee, eine Hauptfarbe, oder einen herrschenden
t- Grundton, welcher die Harmonie des Ganzen bewirkt, und die
ig mannichfaltigen Lokalfarben verbindet, und hierauf beruht die Ver-
t. wandtschaft der Malerei mit der Musik. Zeichnung und Colorit
w aber muffen Eins und harmonisch seyn, dahingegen, wo die Aeich-
:s ^ »ung vorherrscht, der Styl hart und streng, wo das Colorit zu,u stark hervortritt, der Styl weich und unbestimmt wird. (S. Styl.)
m Beide Erfordernisse sind einem Gemählde und dem Mahler
1- gleich nothwendig, und es ist irrig, wenn man oft das Wesen der
n Mahlern lediglich in dieZ eich n ung gesetzt hat: wenn gleich das Colorit
l- und der Colorrst ohne Zeichnung nichts ist (in dieser Beziehungle rat der Ausdruck Mablere: sogar eine üble Nebenbedeutung erhole