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teil), indem die Zeichnung doch abgesondert von dem Kolorit nochbesteht, und wenn gleich viele große Meister bald in diesem, baldin jenem Elemente der Mahlerei herrschten (z. B. Litian und dievenetianische Schule im Eolorit). Mit der Ieichenkunst aber hat siedieses gemein, daß sie mittelst ihrer perspektivischen Darstellung daiEntfernteste wie das Nächste in ihre, durch Hintergrund und äußereAbschließung begränzte, Schilderung aufnehmen kann. Sie über-trifft daher im Umfange ihrer Gegenstände die Baukunst, wie dieSculptur (oder Plastik im engern Sinn), indem sie nicht nur dieGegenstände derselben Ebenfalls in ihre Darstellung aufnehmenkann, sondern auch Gegenstände darzustellen vermag, welche keineandere bildende Kunst darzustellen im Stande ist; Gegenständenamentlich, welche nur durch Farben, oder Perspective darstellbarsind. Hierdurch aber ist die Mahlerei insbesondere von der Plastikverschieden, daß in dieser das Raumerfüllende, die Masse und die reineForm vorherrschend sind, weshalb sie auch nur das Feste, Unbewegli-chere darzustellen vermag und das Nackte liebt, in jener die Massenur angedeutet wird, der seelenvolle Ausdruck der Form das herr-schende, und das Feine, Leichtbewegliche und Schwebende leichterdarstellbar ist, weil sie die Bewegung nicht so materiell als die Pla-stik sirirt. Das Hauptgesetz der Maklerei könnte demnach heißen: derMahler stelle Ideen durch sichtbare Bilder anschaulich dar, welche durchFarbe Reiz und Bedeutung erhalten; und mahlerisch (pittoresk)ist daher, was namentlich durch Farbcnreiz und Karbendarstellung inder Anschauung gefällt. Was nicht durch Farbe gefallt, oder durchdieselbe sogar mißfällt, z. B. Geißelungen, der Tod, sollte daherauch nicht dargestellt werden. III- Eintheilungen der Mahle-rei in verschickn« Gattungen. Die Eintheilungen derMahlerer sind nach verschiednen Beziehungen verschieden. Zuerstnach Verschiedenheit der sichtbaren Gegenstände, welche in den, Ge-mählde die herrschenden sind, kann man die Gemählde eintheilen inMenschendarstellungen, Lhierstücke, und Darstellungen der leblo-sen Natur. Ersteren pflegt man gewöhnlich den Namen der histo-rischen Gemählde beizulegen, wenn auch ihr Stoff nicht ausder Geschichte entlehnt ist, und man rechnet zur Historienmah-lerei eben so wohl allegorische, mythologische als eigentlich ge-schichtliche (historische) Darstellungen, ja selbst Bataillcnstücke, Con-versationsstücke, Charakterbilder und Portraits (s. d. Art. Hi-storisch). Die umfassendste Gattung der Mahlerei ist die Historicn-mahlerei; denn sie zeigt den Menschen, die höchste uns bekannteGestalt der Schöpfung, nach seinen sichtbaren Äußerungen, Zu-ständen vder Charakteren, am meisten dann, wenn diese Menschen-darstellung eineHandlung, durch Zusammenstellung me hrererPer sa-uen, wenn gleich auf einen sprechenden und anschaulichen Momentzusammengedrängt, schildert. Wie sehr muß daher der Historienmah-ler die Menschengestalt nach ihren verschiednen, ja den flüchtigstengeistigen Ausdrücken und mahlerischen Situationen kennen, um be-stimmte Ideen durch Menschengestalten in Ruhe und Bewegungmannichsaltig auszuspreche»! Wie gegenständlich und klar muffenvor seiner Phantasie diese Gebilde stehen, um sie mit Hülfe öertechnischen Fertigkeit auch äußerlich zu einem anschaulichen undsprechenden Ganzen zusammcnzureihen, welches Gefühl und Geistinteressirt! Welchen poetischen Sinn und welche lebendige Erfahrungmuß er besitzen, um den Geist der historischen Begebenheit, oder den