Band 
Sechster Band. M und N.
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48 Mahlerei

Thiere auch als Beiwerke in historischen und landschaftlichen Gemähl-den gebraucht. — Die Mahlcrei ist aber auch in eigentlich techni-scher Beziehung, nämlich in Hinsicht aus das Material und dieäußere Behandlungsart verschieden, und zwar enkaustische odereingebrannte Malerei (auch Enkaustik), die, wie sie bei denAlten üblich war, nicht mehr bekannt ist, obwohl die neuereWachsmahlerei, oder Enkaustik (s. d. Art.) ihr nahe kommt,ferner die ihr verwandte Emai l - oderSchmelzmahlerei, nebstGlas- und Porzellanmahlerei, Mosaik oder musivischeMahlerei (musivische Kunst, musivische Arbeit) verschiedncr Art,nebst der Mahlerei durch Sticken, Weben und Stricken; in Bezie-hung auf das Farbemareri al, Wassermahlerei (wozu dieFresco mahlcrei oder die Mahleret mit Wasserfarben auf nassemKalkgrunde) und die Miniaturmahlerei gehört; Pastellmahlereiund Ölmahlerei, ferner in Beziehung auf die Flächen, woraufdie Farben aufgetragen werden, Tapeten- oder Wandmahle-rei, Glas- und Porzellanmahlerei rc., in Beziehung ausden Ort und die Bestimmung der Gemählde Decken- oder Plafond-mahlerei, ferner Stubenmahlerei, Theatermahlerei, u.s.w.IV. Die Geschichte der Mahlerei hat zwei Hauptperioden.Sie zerfällt nämlich in die Geschichte der alten (antiken), und derneuern oder christlichen Kunst: denn nach den vorherrschendenund wichtigsten Erscheinungen der Kunst wird eine Geschichtederselben eingetheilt, wenn man auch von einer orientalischenMahlerei vor der Zeit der griechischen und römischen Kunst, undvon den Wühlereien nichtchristlicher Völker in der neuern Zeit spre-chen möchte, von welchen nicht viel zu sprechen ist. — Überhauptist die Mahlcrei der frühern Völker gleichsam nur als Vorbereitungauf die Kunst der Griechen anzusehen. Wahre Kunst, sagt einKenner, kann nur den idealisirenden Völkern griechischer Abstam-mung zugeeignet werden; jenseit dieser Gränze finden wir nurFarbenspiele zu Belebung größerer Massen, oder als Ergän-zungen der Bilderschrift, immer aber auf einen stumpfen, nur fürdas Grelle und Schreiende offnen Sinn berechnet, und den Fe-derungen des Herkommens und des Cultus unterworfen. Aber dieMahlerei fängt erst da an, wo die Farbe selbst Zeichnmrg wird undmit ihr sich die Bedeutung selbstständiger Formen verbindet. Nurin den Ländern, wo eine Buchstabenschrift bestand, konnte dieMahlerei sich zur Freiheit der Kunst erheben. Die Bilderschrift aberging durch Verkürzung und Verallgemeinerung der Zeichen zur Hie-roglyphe, von dieser zur Buchstabenschrift über. Aber wo sie ihrerursprünglichen Bestimmung als Mittlerin der Sprache treu blieb,mußte sie, über dem Bestreben nach dem möglichst bedeutsame«Ausdruck, der Schönheit der Form entsagen. So bei den Völkern,die, schon früh im Besitz eines leicht zu behandelnden Papierstoffs,die Kunst nur aus Bedürfniß mehr oder weniger als eine symbo-lische Sprache übten, oder sich wenigstens nie zur Freiheit derDarstellung erhoben. In Ägypten und Mexiko scheint die Mahlereinur auf das Bedürfniß notdürftiger Verständlichkeit berechnet wor-den zu seyn. Der ungebildete Sinn der Hindu fand sich durch denbunten Glanz seiner einheimischen Farben leicht für den Mangel anReinheit und Richtigkeit der Zeichmmg entschädigt. Auch bei denPersern war die Mahlerei unstreitig, was sie noch jetzt unter ihnenist, ein regelloses Fardengemisch, abenteuerliche Bilder, ohne Csn-