Band 
Sechster Band. M und N.
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54
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54 Mahmud Mahomct

Mqhmub, der jetzt regierende türkische Kaiser, s. Türkei. j

Ma bom et (eigentlich Mohammed), mit dem Beinamen AbulCa- ,

sem.derSohnAb--allahsund Aninahs, aus dem uraltenarabischen g

Fürstenstamme-.erKoreischiten, wurdeunweit Mecca, wo sein Großvater z

Abdal Motalleb Beschützer der heiligen Kaaba war, ums g

Iah. 580 der christlichen Zeitrechnung, »ach der Moslemin Behaup- a

turg am aisten Rison oder Rabi (April) in einer Periode gebo, ^

ren, welche die Stiftung einer neuen Religion im Orient außeror- ^

denrlich begünstigte. Die orientalische Christenheit war nämlich ge- h

rade durch den berühmten Drci-Capitel-Streit und die Mono- z

physiten-Fehde in die furchtbarste Gährung gerathen, die ein- j

fache Gestalt und^ Weise des Urchristenthums schon gänzlich ausge- ^

artet und das Mönchswesen in unaufhaltsamem Emporsteigen. Die g

Luden beschäftigten sich größtcntheilS nur mit jenen aberwitzigen h

Grübeleien der Mischna und Gcmarra, woraus der Talmud cnt- tzj

stand; und unter Mahomets Etammvol°e wagte der blutgierige ,

noch immer neue Menschenopfer federnde Aberglaube den letzten h

Kampf mit dem auch in Arabien aufgehenden Lichte. Verworrener p

noch sah es in der politischen Welt aus, die Eräuel, welche die n

Regierung des sogenannten großen Justinians beschmutzten, hat- d

ten dem östlichen Römerreiche in seinen Grundfesten die erschüt- „

terndsten Stöße versetzt; in Persten kämpftenZerduschts (Joroasters) -

Anhänger mit den christliche» Aposteln der Mönchswclt, und in b

Arabien bereitete die alte erbitterte Feindschaft der Köre ischite» t

und Haschemiten, wie auch ein langer Krieg der freien Stämmemit dem grpße» Emir von Vaman die nahe Revolution vor. §

Mahomct, mit jener feurigen Einbildungskraft, die dem Araber ^

eigen ist und in einer hehren, mit erhabnen Naturwundern erfüll- n

ten Landschaft, stets mächtiger noch befeuert wird, begabt, faßte d

leicht den Gedanken auf, von jenen Umständen Gebrauch "zu machen, d

um sein Volk und sich selbst durch eine politisch-religiöse Reform f

zum Herrn des Orients zu erheben. Wie seines Stammes Mifglie- d

der alle, hatte er sich dem Kriege und dem Handel gewidmet, und tz

Abutalcb, sein Großvater mütterlicher Seite, ihn früh als »

Kactor in die Dienste der reichen Witwe des Emirs Äbu Halat s

gebracht. Er besorgte emsig dieses großen Handelshauses weitläuf- r

tigc Geschäfte, führte die Caravanen nach Syrien, Vaman und g

selbst nach Persten, sah und beobachtete, träumte oder baute Lust- . oschlaffer und erhitzte durch stilles Brüten seine rastlosarbeitende r

Phantasie in der schaurigen Höhle des Bergs Heroc unweit Mecca, <

statt daheim von den mühseligen Reisen auszuruhen! Mehr als f

wahrscheinlich ist es, daß durch den nestorianilchen. Aot des Klosters j

Abdo'l Kaist zu Basra im damascenischcn Syr'en Mahomct hin- s

längliche Kennfniß von dem, was damals Christenglaube und Chri- f

stenthum hieß, erhielt; daß er mit jüdischen Rabbineg, besonders Z

-zu Ade», zusammentraf und ihre Vorstellungen gleichfalls kennen l

lernte, und daß aus diesem Gemisch von christlichen, altjüdischen i

und nationalen Srammreligionsideen sich das Gebilde des JS- >

lams oder jener Religion i» seinem Hirn zusammensetzte, welches l

er als die einzig wahre, zuerst seinem Stamme, dann den Nach- e

barsölkern, endlich dem ganzen Oriente aufzudringen für Pflicht t

hielt. Die Tradition nennt einen christlichen Mönch Nestor AN» !

eine» jüdischen Rabbj Warada Ebn Nawsal als Mahomets >

Gehülfen und Gehcimschreiber. Durch echt historische Kritik ist dar- s