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Über bis jetzt nichts sicheres ausgewittert, aber mehr als tvahrschei'n-° lich bleibt es, daß Mahoinet des Schreibens kundige Gehülfen früh" gehabt, welche die überschwengliche Fülle seiner Begeisterungen, seinerDichtungen, seiner rhapsodisch zusammengeworfenen Äußerungen' über Christen-, Luden- und Mosdcms-GIauben niederschrieben. Aus
- solchen Rhapsodien (Suren) ist wenigstens der Coran entstanden,^ welchen nicht Mahoniet selbst, sondern erst sein Nachfolger der Kalif' Ahu-Vekr sammelte. Mahomet war durch Vermählung mit Kha-
digra, der reichen Witwe Ab» Halats, die ihm aus dankbarerLiebe ihre Hand und ihr Vermögen spendete, der reichste und wich-" tigstc Emir im Stamme Koreisch zu Mecca geworden. Bis nachPersien, Paman und Alerandrien hin hatte er bereits Vcrbindun-^ gen angeknüpft, und zum Manne gereift, umfaßte nun erst fein Geist^ dqs Ganze des kühnen Plans, über welchen er lange gebrütet hatte.
Also trat er z» Mecca als Prophet eines neuen Glaubens undst einer neuen Lehre auf, die den blutigen Götzendienst gänzlich ver-bannte. Aber an diese» Götzendienst hefteten sich von uralten Zel-? tey her politische Ideen und die Herrschaft jenes mächtigen Stam-
r meß Koreisch, welcher als Wächter der heiligen Kaaba seit Jahrhun-
° derten glänzte, welcher Tribut von den Wallfahrern empfing,
und der den entscheidendsten Ginstuß auf die Unternehmungen derStämme Arabiens, welche zur Kaaba kamen, hatte. Mahomet wurdeu daher von. seinen eignen Vettern als rasender Schwärmer und als» todeswürdiger Empörer gegen die Heiligkeit der alten Verfassungso sehr verschrien uyd verfolgt, daß er zur Gegenpartei (zu den'' Haschem iten, der Koreischltcn alten Nebenbuhlern) Zuflucht nehmen
'r mußte. Diese schützten ihn wirklich; der Parteigcist entzündete sich
L mächtiger, und für Religionseifec mußte gelten, was vielleicht bei
r den meisten nur politischer Eigennutz war. Mahomet selbst pre-
b digre unrcr der Bctheurunz — göttliche Offenbarungen vorzutragen,
u furchtlos fort, oder sandte seine Anhänger in die Versammlungen
des Volks bei der Kaaba, um dort die Suren vorzulesen, die derd Gorst Allahs dein Propheten eingehaucht haben sollte. Sein Anhang
§ wuchs, — denn der Araber liebr" kühne Dichtung — bei vielen Tau-
t senden galt bald das Wort: nur Allah ist Gott und Maho-
l° met sein Prophet! Den Juden, ivelche in Arabien unter dem
d größten Drucke lebten, hatte er Erleichterung und sogar Theilnahme
. an seiner Herrlichkeit versprochen, wenn sie ihn unterstützten. Na-e türlich fand er also viele Anhänger unser ihnen: dennoch war der
Einfluß der Korcischlten in Mecca noch so groß, daß der Prophet6 sich ums Jahr 622 zur Flucht nach Medlna gezwungen sah. Diese
s Flucht nennen die Moslemin in religiösem Sinne die Hegira und
sie bestimmt bis auf den heutigen Tag ihre Zeitrechnung. Es
- folgten ihm viele seiner Anhänger,, und nun erst machte er sein
S Vorhaben, die wahre Religion mit Gewalt der Waffen einzuführen,
" bekannt, indem er seinem Oheim Hamza die große Standarte
n übergab und ihn zum Kriege gegen die Koreischiten aussandte. Nach
vielen und blutigen Gefechten,, worin meistens der religiöse Fana-s tlSmus seiner Anhänger siegte, bemächtigte er sich im achten Jahre der
- Hegira der heiligen Dradt Mecca, und starb drei Jahre nach-
t der zu Medina, wahrscheinlich im ssgsten Jahre seines Alters. Den
> Mann, welcher die folgenreichste Revolution in» Orient bewirkte,
s richtig und unparteiisch zu beurtheilen, ist äußerst schwer, den»
sei» Leben, und seine Thaten haben sdie Moslemin mtt einer