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es jedoch nicht dabei bewenden, sondern stellte sie zugleich dem Ki,nige vor, der zu ihr gesagt haben soll: ..Ich habe Sie lange war- !
ten lassen; aber Sie haben so viel Freunde, daß ich allein dirsei -
Verdienst mir habe erwerben wollen." Zhre Lage verbesserte sich .-
bald. Frau von Montespan, welche die Kinder, die sie von dem '
Kbnige harte, verheimlichen wollte, warf die Äugen auf Madam ^
Scarron, und so wurde diese die Gouvernante derselben. Sre lebte -
damals sehr zurückgezogen mit ihrer Pension von 2<xx> Livres u«i ^
zugleich mit dem Kummer, zu wissen, daß sie dem Könige mißfalle. s
Dieser Fürst war ihr abgeneigt, weil er sie für eine Scheinheilige ^
und für einen schönen Geist hielt. Letztere konnte er nicht aussteh», '
wenn sie als solche glänzen wollten. Übrigens achtete er sie, den» l
«lS man sich nach einer Person umsah, die den Herzog von Mail» ^
in die Bäder von Baroge begleiten sollte, siel seine Wahl auf sie l
Madame Scarron wurde die Gouvernante dieses Kindes, das miteinem ungestalteten Fuß zur Welt gekommen war, und da sie jetztdem Könige unmittelbar schrieb, gelang es ihr, nach und nach du .
ungünstigen Eindrücke auszulöschen, die sie früher auf den Könn r
gemacht hatte. Ihr Zögling trug ebenfalls dazu bei. Der Monarj -
spielte oft mit ihm und freute sich über seine oft klugen Antworte«. i
„Du bist recht verständig," sagte er ihm einst. „Das muß ich '
wohl seyn," antwortete der Knabe, „ich habe ja eine Gouvernantt,die der Verstand selbst ist." — „Geh," sagte der König, „und zeig! ^
ihr an, daß du ihr hunderttausend Franken für deine Zuckerkörnn ,
gibst." >— Sie erkaufte für dieses Geld im I. 1674 das LandgutMaintenon, dessen Namen sie annahm. Der König, der sich nui ^
langsam an sie gewöhnen konnte, ging von der Abneigun; 8
zum Vertrauen und vom Vertrauen zur Liebe über. Frau von x
Montespan selbst trug durch ihren ungleichen, sonderbaren, herrsch ^
süchtigen Charakter viel zur Erhebung der Frau von Mainteno» g
bei, die, indem sie den König von dieser Verbindung abzog, sich ,
in seinem Herzen deß Platzes bemächtigte, den Frau von Monta a
span einnahm. Ludwig XIV- gab ihr die Stelle einer Hofdame b« g
der Dauphins, und bald darauf trug er ihr die Stelle einer Dann ^
d'honneur an. Letzteres lehnte sie ab, um nicht, wie sie sagte, de» a
Neid auf sich zu zieh». Bald aber dachte der König darauf, sit I
noch höher zu erheben. Dieser Fürst war damals in dem Alter, ^
wo die Männer einer Frau bedürfen, in deren Brust sie ihre Lei- §
den und Freuden niederlegen können. Er wollte die Beschwerde» ^
der Regierung mit den unschuldigen Annehmlichkeiten des Privatll- x
bens mischen. Der geschmeidige Geist der Frau von Maintenon, h
die von Jugend auf gelernt hatte, sich fremden Charakteren anzu- ^
paffen, versprach ihm eine angenehme Gefährtin und eine zuverläs- ^
fige Vertraute. Der Pater La Chaise, sein Beichtvater, schlug ib» Z
vor, seine Neigung durch die unauflöslichen Bande einer geheimen, A
aber mit allen Kirchengcbräuchen vollzognen Ehe zu legitimireo. r.
Dies geschah gegen das Ende des Jahrs 168g. Der Erzbischof vo»Paris, Harlay, traute beide in Gegenwart des Beichtvaters uiss Nzweier Jeugen. Ludwig XlV. war damals 48, die Maintenon 50 ^
Jahre alt. Am Hofe' erschien die Ehe immer räthselhaft, ob- nigleich tausend Anzeichen sie verriethen. Sie hörte die Messe in ei- xner von den Tribunen, die nur von der königlichen Familie einge- a,nommen wurden; der König nannte sie ohne Zusatz Madame. Im wInnern des Schlosses war es nicht zu verkennen, daß sie die G»< w