68 Maintenon
Nach dem Lobe des Königs (1715) zog si« sich ganz nach Samt- „Cyr zurück, wo sie selbst an dem Unterricht, wie an den Spiele» Mund Unterhaltungen Theil nahm und endlich 1719 starb. „Das j>>Grabmal der Frau von Maintenon in der Anstalt Hon Saint-Cyr, h,die sie gestiftet , hatte, wurde unter der revolutionären Regierungzerstört. Die Überreste wurden von Crouzet, dem Director des Hauses, Fgesammelt und in diesem Denkmale niedergelegt auf den Beschluß stder Administratoren des französischen Prytaneums. Anson, Hourier LiEloi, Le Febvre, Corbinidre, Laudigeois und Ricod, im dritte» st,Jahre des Consulats von Benaparre." So lautet die Inschrift, stwelche man gegenwärtig in der Anstalt von Saint-Cyr auf einem xMonumente lies't, auf dessen Gegenseite folgende Verse stehn: ui
I.e» Llsves An collvxe A« sl. 6>r a lVlLäame ll»
IVIairrre ir o «.
Llle Lsnäs. 8ainr - 6; r, 1s. k'rsnce. M
Lon rombeLiL tur äetruit» ses resre8 ourraßSL r
La Beaumelle hat die Briefe der Madame Maintenon nach ihrem r>Tode herausgegeben (Amsterdam 1756, 9 Bände rs.). Sie sind gmit Geist geschrieben, aber auch mit so vieler Zurückhaltung, ali u>hätte sie das Bekanntwerden derselben vorausgesehn, Ihre trockne, fepräcise und strenge Schreibart ist ein Bild ihres Charakters. Den- r«noch sind diese Briese köstlich, weil sie jene Mischung von Religion Wund Galanterie, von Schwäche und Würde verrathen, die sich s» woft im menschlichen Herzen findet. Dagegen ist zu bedauern, daß cider Herausgeber sich eine Menge von Veränderungen erlaubt hat, lidie auf keine Weise zu rechtfertigen sind. Die Ausgabe von 1807 stin 6 Bänden 12. ist unvollständiger als die vorhergehenden. Aujhat La Beaumelle Memoiren zur Geschichte der Maintenon in ö bDuodezbänden herausgegeben, denen man jedoch mehr Genauigkeit d«wünschen möchte. Briefe und Memoiren sind 1778 in 16 Duodez- i!
bänden erschienen. Man muß damit ein kleines seltenes Buch, Ln- rr
tretien» <l« Houls XIV er civ Vlaäaiu« ile ülaiiitenol, »III leur st
«mriags, Mr-rserils 170c, verbinden. Auch sind IVIainteiioniaii» 0
erschienen. Caraccioli hat ihr Leben geschrieben. Ihre Biogra- b-
phien von Regnault-Warin und der Genlis sind Romane. Eine »i
nach den Handschriften verbesserte und um zweihundert Briefe ver- m
mehrte Ausgabe ihrer Briefe ist in sechs starken Duodezoänden er- m
schiene» und enthält: 1. Ihr Leben von Auger; 2. Notizen über L
die Damen Villarceaur, Rinon de Lenclos, Richelieu, Chanteloup ü>
d'Attigny, d'Heudicourt, Montespan, Frontenac, de Billette, rn
Brion, du Perron, La Maisonfort, Glapion, Laviefville, Caylus, »1
Dangeau, Bentadour und die Herzogin von Burgund, ferner über ri
den Duc de Noailles, den Abt Lest», den Abt Gobelin, den Gra- r»
fen Saint-Geran, den Cardinal de Noailles und König PhilippV.von Spanien; z. Unterhaltungen der Maintenon mit einigen Da- k>
inen von Saint-Cyr; 4. Denkschriften der Maintenon über die Au- je
rückberufung der flüchtigen Protestanten und Hugenotten; 5. Ihre te
Werke in Versen und Prosa; 6. Ihr Testament; 7. Briefe deS P
Bischofs von Chartres, Godets des Marais, die ihre Vermählung ch
mit Ludwig XIV. darthun; 8. Briefe des Königs an die Mainte» hi
nvn. — Won der Familie der Maintenon nennen wir ihren Bru- w
der, den Grafen dÄubignö, Lieutenant-general und Gouverneur st