73 Malinaistm Malpighi
wurde. Die Jacobiner erbitterte er durch die beständige Darstel-lung ihrer Ausgelassenbeiten; nicht minder erzürnte er die Emigran-ten durch seine Bemerkungen über die falschen Maßregeln die manergriffen, uni eine Gegenrevolution zu bewirken. Diejenigen, dieihm Unparteilichkeit absprachen, gestanden ihm wenigstens große hi-storische und politische Kenntnisse und einen Styl zu, der bei man-cher Jncorrectbeit und Unbehülflichkeit doch im Ganzen edel undkräftig sei. Die Unparteiischen sahen noch in ihm die Unabhängigkeitdes Charakters, die jeder haben soll, der von öffentlichen Angelegen-heiten spricht. Aber diese Gesinnung konnte das Andenken an seinUnglück nicht auslöschen; er hatte eine Bitterkeit gegen die Weltangenommen, die seine Gesundheit untergrub. Er litt an derBrust und starb iZao zu Richmond bei seinem Freunde Lally-To-lendal. Für seine Frau und fünf Kinder eröffneten seine Freundeeine Subscription. Außer verschicdnen politischen Werken, als (lau-»läörsrions sur la NLtars .äs 1a lövolurron kranaaiss er sur 1o»van-ss <gai sn picäonAsnr 1» Umso; llmrssponäancs pvlirignspour Server a Imistoirs äu ropulrlicaniLme krangals; perl 1 äo I»stalsncs äs 1'Lurovs u. s. w., schrieb er früher einen Olsaours äs1'instuenos äs la pliilosopliis s»r Iss lorrrss u. s. w.
Malmaison, ein Lustschloß mit schönen Gärten und Wasser-künsten, nordwestlich von Paris, im Departement der Seine undOise, Bezirk Versailles, unweit des Fleckens Ruel. Bonaparte,dessen Gemahlin die Besitzerin war, wohnte hier einige Zeit alserster Consul.
Malmedy, eine ehemalige Benedictinerabtei im westphäli-schen Kreise, welche mit Stablo einen gemeinschaftlichen Abt hat-te, der des heiligen römischen Reichs Fürst und Graf von Logncwar. Zm luneviller Frieden kamen die Besitzungen der Abtei anFrankreich und die Stadt Malmedy mit ihren 4goo Einwohnern,welche Luch-, Leder- und Seidenfabriken haben, wurde der Haupt-ort eines Arrondissements im Departement der Ourthe. Gegen-wärtig ist das Schicksal dieses an Deutschland zurückgefallenen Lan-des noch nicht entschieden.
Malpighi (Marcello). ein berühmter italienischer Arzt undAnatom, war 1628 zu Crevalcuore in der Nachbarschaft von Bo-logna geboren. Seine Lalente erwarben ihm 1656 eine Professurder Medicin in der letztern Stadt. Der Grvßhcrzog berief ihn inder Folge nach Pisa; da er aber die dortige Luft nicht vertragenkonnte, ging er 1659 nach Bologna zurück. Im I. 1662 begab ersich abermals als erster Professor der Arzncikunde nach Pisa, kehrteaber vier Jahre nachher wieder nach Bologna zurück. Im I. l66yernannte ihn die königliche Gesellschaft zu London zu ihrem Mit-gliede. Er fuhr fort bis 1691, sein Lehramt mit Ruhm zu verwal-ten. Als der Cardinal Antonio Pignatelli, der ihn zu Bolognawährend seiner Legation kennen gelernt, .unter dem Namen Jnno-cenz XII. den päpstlichen Stuhl bestiegen hatte, berief er Mal-pighi als seinen ersten Leibarzt nach Rom. Als solcher starb derselbeim I. 1694 am Schlagflnß. Er hinterließ eine Menge lateinischerWerke, die mehr von Gelehrsamkeit als von Geschmack zeugen. Dievorzüglichsten derselben sind: r. Llsurnrum Lnsroms, 2 Foliobände;2. Kpi-r^Ise v->nas z. dlissercatio opisrollo» äs Kamines: 4. Dakoiiiwtions i>, ovo; 4> sloiilultstlonos; t>. tä s csrsoio, äs
tlnAuä, äs sxrorno laerus äs onrsnto, äs pin^asäliis «r