Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
83
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Mandschu Manelli 88

Mandschu, Mandschuren oder Bogdrer. Zwei Natio-nen, die eigentlichen Mandschuren und hie Tungusen, deren gemein-schaftlicher Ursprung an ihren Traditionen, ihrer Sprache und Kör-perbildung zu erkennen ist, gehören zu. dem mandschurischen Völker-stamm, der im östlichen Sibirien und in der nördlichen Mongoleiwcitläuftigc Länder und Wüsten inne hat, und auch noch jetzt sehrmächtig ist, da eine mandschurische Fürstenfamilie über China herrscht.In den ältesten Zeiten waren sie unter dem Namen Kin oder Njud-schen bekannt; seit Y2ü den Kitanen zinsbar, und wohnten im Nor-den von Corea in der östlichen Tartarci bis aus Ostmeer und denAmur. Sie empörten sich H14 unter Okota gegen die Kitanen undstifteten 1118 das Reich der Ki» in China, das von dem Namendes Stifters der Dynastie so genannt wird, indem sie jenen einenTheil ihrer Länder abnahmen, Laitsong machte H25 dem Reiche derKitanen in Rordchina ein Ende, griff aber jhernach die Song, dieihn zu Hülfe gerufen hatten, selbst an, entriß ihnen Petschcli undChensi und zwang Weytsong, ihm einen Theil von China, und des-sen Nachfolger, ihm das übrige Nordchina abzutreten, so daß die-sem nur noch Südchina verblieb. Die Mongolen, bisher Vasallender Kin, fielen unter Taitsongs Nachfolgern ab, und nöthigtensie, ihnen ein Stück Landes einzuräumen. Im I. 1208 verweigerteDschingischan ihnen den Tribut, schlug sie 1212 und l2iz völlig,machte sich von der Abhängigkeit los und legte dagegen den Kin Tri-but auf. Diesen versagte nun auch 1215 Ningtsong, China's Be-herrscher aus der Dynastie Song. Durch Dschingischan verlor je-nes Volk Chensi 1221; Oktai setzte den Krieg gegen dasselbe fort(12Z0) und eroberte ihr Reich unter Gnaitsong. Nach der Vertrei-bung der Kin aus China erschienen sie erst im sechzehnten Jahrhun-dert wieder (1556), unter dem Namen der Mandschu. Sie hattenin dem angeführten Jahre in Lealong (einem Erblande der kaiser-lichen Familie in Pina, zwischen der Scharra-Mongolei und Co-rea) Aufnahme gefunden; aber schon 1616 fielen sie unter Tren-nung in China ein und machten hier große Eroberungen. Die Zer-rüttungen zu vermehren, trat der Empörer Li auf, griff den KaiserWhaytsoNg 164z in seiner Residenz an, und besiegte ihn. Der Kai-ser erhenkte sich und in ihm erlosch die Dynastie! Ming, die letzte ein-geborne Regentenfamilie von China. Jetzt verglich man sich mitden Mandschu. Lsonte vertrieb den Li aus Peking, starb aber mit-ten unter seinen Eroberungen, welche sein Sohn 1644 vollendete,seit welcher Zeit die Mandschu Regenten dieses Landes sind. — Un-ter russischer Herrschaft stehen keine Mandschu, denn als die Russennach Sibirien kamen, verließen sie zum Theil ihre Wohnplätze, diesie in Ostsibirien vom Baikal bis an das mongolische Gebirge undum den Amurfluß inne hatten. Und zogen hinab nach dem Amur undChina; die aber blieben und sich der russischen Herrschaft unterwor-fen hatten, kamen vermöge des Friedens von Nertschinsk an China,m welchem Rußland den ganzen Amur und alle ihm unterworfnenMandschuren abtrat. Jetzt macht das Gebirge Stannowsi Chrebetdie Gränze, in welchem Lungusen wohnen, die theils China, theilsRußland zinsbar, theils auch frei sind.

Manelli (Pietro), ein berühmter komischer Sänger Italiens,gegen die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Er trug besonderszu der Revolution bei, welche um diese Jett mit der alten ftaiizösi-sihen Musik zu Paris vorging. Manelli stand um das I, 1750 als