88 Manna Mannheim
bete. Darauf ward ihm mehrmals das Consulat ertheilt; unterander» war er Consul im I. Z40 vor Chr. Geburt, während desKrieges der Lateiner. Gegen die ausdrückliche Verordnung desManlius, das? ohne Befehl und außer seinem Gliede kein Römersich in ein Gefecht einlassen solle, nahm sein Sohn, eingedenk desSieges seines Vaters, einen Zweikampf an, zu dem einer der feind-lichen Anführer ihn herausfodertc. Er war siegreich und legte dieBeute des Feindes seinem Vater zu Füßen. Dieser aber wendetesich unwillig von ihm, übergab ihm einen Siegerkranz, und befahlzugleich dem Lictor, die Todesstrafe, der er verfallen sey, an ihmzu vollzieh». Dieses Beispiel der Strenge verschaffte dem ManliuSden pünktlichsten Gehorsam. Er besiegte wenige Lage darauf dieFeinde am Bisiris, während sein Mtconsnl, Aecius'Muß, sich fürdas Vaterland dem Tode widmete. Der Senat bewilligte ihm dieEhre des Triumphs. Er trat darauf in den Privatstand zurück,den er bis an seinen Tod nicht verließ. Man nannte nach ihmsprichwörtlich !Vlsi,!i.->iia elliors alle Verordnungen, in denen ein!so strenge Gerechtigkeit gehandhabt wurde.
Manna heißt der Angetrocknete klebrige, blaßgclbe, durchsich-tige, schlcimichtsüße Saft, den einige Gattungen der Esche im süd-lichen Europa, besonders in Ealabricn und Sieilien, liefern. Mankönnte eine ähnliche Substanz auch aus verschiednen andern Ge-wachsen, z. B. aus den Runkelrüben, gewinnen. In den Morgen-ländern gibt es dieser Manna liefernden Gewächse mehrere, welcheman zum Theil noch nicht einmal näher kennt. Eine dieser Pflan-zen gehört zum Geschlechte des Hahnenkopfs (Ilsü^s-irnn,) und manvermuthet, daß ihr Manna dasjenige gewesen sey, welches die Js-raelite» auf ihren Wanderungen in der arabischen Wüste genossen.Auch in Amerika gibt es Gewächse, die Manna liefern. Die Mannavon Mrianoon kommt vom gemeinen Lerchenbaume.
Mannheim, vormals die Hauptstadt in der untern Pfalz, jetztdie Hauptstadt des Großherzogthums Baden, liegt am östlichen Uferdes Rheins, wo der Neckar hineinfällt. Churfürst Friedrich !V- sing1606 an, aus dem alten Dorf und Schloß Mannheim eine Stadt zuerbauen, und bevölkerte sie mit Niederländern, welche wegen derGewissensfreiheit ihr Vaterland verlassen hatten. Zwar wurde 1622die neue Stadt von den Bayern und 1688 von den Franzosen verwü-stet; aber die Churfürsten Johann Wilhelm und Carl Philipp, welcherLetztere 1720 wegen der ReligionSstreitigkeiten mit den Reformirten seineResidenz von Heidelberg dahin verlegte, stellten sie wieder her, sodaß sie jetzt zu den schönsten Städten Deutschlands gehört. Sie, ißganz offen; vormals war sie mit Wällen und Gräben eingefaßt unddurch dre-zehn Bollwerke verwahrt, aber durch die Ereignisse des Ri-volutionskriegs wurden die Festungswerke vernichtet? Unter denPlatzen find der Markt und der Paradeplatz , und unter den Kirchendie ungemein prächtige Kirche, die den Jesuiten gehörte, und dieSchlvßcapelle am ausgezeichnetsten. Ferner sind sehenswerth datKaufhaus, Rathhaus, Zeughaus, die'Münze, verschleime Hospitä-ler, das Komödienhaus, der botanische Garten, das Observatorium,das Zucht - und Waisenhaus u. s. w. Das Schloß ist groß und pracht-voll und enthalt verschleime kostbare Sammlungen; auch ist daselbstder Vcrsammlungssaal der dösigen Akademie. Die Zahl der Einwoh-ner ist in den letzter» Zeiten bis auf 18,000 gesunken. Handel undFabriken werden zwar sehr begünstigt, wollen dennoch aber nicht be-