Mannrecht Manstein 89
sonders gedeihen. In dem Kriege Deutschlands gegen Frankreich zuAnmng der Revolution litt die Stadt durch Belagerung und gegen-seitige Besetzung; selbst ein Flügel des Schlosses wurde vernichtet.Statt der ehemaligen Schiffbrücke geht setzt eine fliegende Brücke überden Rhein.
Mannrecht hieß ehedem dasjenige Recht, nach welchem adeligeVasallen gerichtet wurden — das Lehnrecht. Dann bezeichnete manauch damit das Lehngericht, vor welchem sich der Vasall, wenn zwi-schen dem Lehnherrn und ihm Streit entstanden war, stellen mußte.Daher rühren auch die Benennungen: Mannrichter, der Richterbei einem solchen Gericht; Mannbote, Manntag u. s. w.Doch find diese Ausdrücke jetzt nicht mehr gebräuchlich.
Mannus, einer der berühmtesten alten Helden bei den Deut-schen, ein Sohn Thuiskons, welcher nach seinem Tode als ein Schutz-gott verehrt wurde. Er war der Mars der Deutschen. Sein Bild-niß, in der Riesengestalt eines altdeutschen Kriegers, mit einer Thier-haut bekleidet, einen Schild an der Seite, und unter einer Eiche,dem Symbol der Stärke, stehend, wurde lange bei den Rugiern ver-ehrt. Kritiker haben ihn bald für den Adam, bald für den Noah inder biblische» Geschichte gehalten. Von ihm bedeutet das WortMann einen mit Kraft und Muth ausgerüsteten Menschen.
Manometer, oder Dichtigkeitsmejser, ist ein Werkzeug, dasdie Veränderungen anzeigen soll, welche die Dichtigkeit der Luftdurch den Einfluß der Kälte und Wärme, so wie der Feuchtigkeitbeständig erleidet. Otto Guerike gab das erste Manometer an.Es besteht aus einer Kugel von einem Fuß im Durchmesser, welche,nachdem die Luft herausgepumpt worden, mit einem, dem Umfangenach, möglichst kleinen Gegengewicht an einer Wage ins Gleichge-wicht gebracht wird. Sobald nun die äußere Luftz dünner wird,als sie vorher war, so trägt sie natürlich nur einen geringern Theilvom Gewichte der Kugel als vorher, und dadurch erhält die Kugelden Ausschlag; wird aber die Luft dichter als sie vorher war, soträgt sie einen größcrn Theil vom Gewichte der Kugel als vorher,und dadurch erhält ihr Gegengewicht den Ausschlag. Um zu erfah-ren, wie viel die Luft dünner oder dichter geworden ist, legt manentweder genau abgemeßne Gewichte" zu, bis das gestörte Gleichge-wicht wieder hergestellt ist, oder man bringt oberhalb des Wagebal-kens einen in Grade und Minuten abgetheilten Halbkreis an, anwelchem die Zunge selbst jedesmal den Winkel anzeigt, um welchensie von der Berticallinic abweicht. — An diesem Werkzeuge hatman nachher ansehnliche Verbesserungen angebracht; besonders ist «Sunter Zouchy's Händen zu großer Vollkommenheit gediehen, welcherseinem Manometer den gleichbedeutenden Namen Dasymeter bei-legt. Dagegen gibt Saussure dem gemeinen Barometer, das er-ineine gläserne Kapsel brachte, um die Elasticität der darin befindli-chen Luft bei verschiednen Wärme - und Feuchligkeitsgraden zu be-stimmen, mit Unrecht den Namen Manometer.
Manstein (Christoph Hermann von), wurde zu St. Peters-burg den isten Sept. 1711 geboren, erhielt von seinem Vater, wel-cher zuletzt Gsnerallieutenant und Gouverneur zu Reval war, Un-terricht in der Mathematik, und besuchte daneben die Schule zuNarva bis in sein dreizehntes Jahr. Um diese Zeit kam er in dasKadettencorps zu Berlin, wo cr drei Jahr zubrachte, und sodannals Werbeofsizier gebraucht wurde. Auf einer Reise zu seinen Ältern