Band 
Sechster Band. M und N.
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92 Mansfeld (Grafschaft)

ser in Ungarn wichtige Dienste, daher ihn Kaiser Rüdolph 7 s. legi-timste. Weil man ihm aber die Würde seines Vaters und dieGüter, die er in den spanischen Niederlanden besessen hatte, widerdas gegebne Versprechen vorenthielt, ward er so mißvergnügt darüber,daß er sich 1610 z» den protestantischen Fürsten schlug, die refor-mirte Religion annahm, und einer der gefährlichsten Feinde desHauses Österreich wurde. Dieses nannte ihn den Attila der Chri-stenheit. Er setzte sich 1618 an die Spitze der empörten Böhmen,nahm 1610 Pulsen ei», und obgleich seine Völker in verschiednenTreffe» geschlagen wurden, so ging er doch in die Pfalz, eroberteviele Plätze daselbst, verheerte Elsaß, nahm Hagenau ein undschlug die Bayern. Endlich ward er im April 1666 von Wallen-stein bei Dessau gänzlich geschlagen. Nachdem er die Völker, dieihm noch übrig geblieben waren, an den Herzog von Weimar über-lassen hatte, wollte er in die venetianischen Staaten reisen, wurdeaber in einem Dorfe zwischen Zara und Spalatro krank, und starbdaselbst 1626 im q.6sten Lebensjahre, wahrscheinlich an Gift. Manrechnet ihn unter die geschicktesten Feldherrn seines Jahrhun-derts. Er war unermüdet, und zur Arbeit, zum Wachen, zurKälte und zum Hunger bis aufs' äußerste abgehärtet. Er brachteArmeen auf die Beine und verheerte die feindlichen Länder mit un-glaublicher Geschwindigkeit. Heinrich Franz, Graf von Mans-feld, aus eben diesem Geschlechte, zeichnete sich im spanischen Suc-ccssionskricge aus, und starb zu Wien 7715 in seinem 74stenJahre als Fürst des römischen Reichs und von Fondi, Grand vonSpanien und kaiserlicher Generalfeldmarschall. Er war auch Gene-ralfeldzeugmeister, Gesandter in Frankreich und Spanien, Präsi-dent des Hofkriegsraths und Großkämmerer des Reichs gewesen.

Mansfeld, eine Grafschaft in Ober-Sachsen, welche gegenNorden an das Anhaltsche, gegen Osten an das Magdeburgische,gegen Westen an Stollberg und gegen Süden an Thüringen gränzt.Sie hatte ihre eignen Grafen, die aber schon im röten Jahrhun-dert in große Schulden verfielen. Die Folge davon war, daß diebeiden Lehnsherrn, Chursachsen und Magdeburg, die Grafschaft1570 in Sequestration nahmen, jedoch den Grafen an ihrer Reichs-standschaft und an ihrem Sitz und Stimme, welche sie auf denReichs- und obersächsischen Kreistagen hatten, unbeschadet. ImI. 1716 wurde die Sequestration in Ansehung des unter magdebur-gischer Landeshoheit stehenden Antheils aufgehoben; die chursächsi-sche Administration dauerte fort. Graf Heinrich Franz erhielt i6yavon König Carl 17 . von Spanien das neapolitanische FürstenthumFondi, und vom Kaiser Leopold die Reichsfürstenwürde, welchelöyö und 7709 bestätigt und 1711 öffentlich bekannt gemacht wur-de. Das Haus Mansfeld bestand zu Anfang des vorigen Jahr-hunderts aus zwei Linien, der bornstädtischen oder katholischen,und der eislebischen oder lutherischen, wovon diese 1710, jene1780 in den männlichen Erben erlosch, woraufdie Gräfin Colloredo,geborne Fürstin von Fondi und Mansfeld die Allodialerbschaftüberkam; die Grafschaft aber Sachsen und Preußen in Besitz nah-men. Im I.' 1807 hatte der preußische Antheil das Schicksal allerpreußischen Länder auf dem linken Elbufer, siel aber 1814 anPreußen zurück. Das Land ist auf der Nordseite gebirgig undweniger fruchtbar. Dagegen bat es viele Bergwerke auf Kupfer-schiefer, auch auf Silber, deren Ausbeute in frühern Zeiten sehr