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drei Jahre darauf, als erster Professor und Rector, die Leitung"dieser Anstalt. In wie engen Freundschaftsverhältnissen er hier mitGarve lebte, erhellt vorzüglich aus den Briefsammlungen, die nachGarvens Lobe erschienen sind. Manso ist als Dichter und Prosai-ker, als Übersetzer, Humanist und ästhetischer Kunstrichter aufgetre-ten. Von seinen Übersetzungen sind die bekanntesten VirgilS Land-bau, Bion und Moschus, der König ÖdipUS des Sophokles, unddas befreite Jerusalem; letzteres unvollendet. Wenn es auch Kunst-richter gibt, die dem Übersetzer erlauben, mit seinem Original frei(wie sie es nenne») umzugehn und willkürlich zu ändern, wasihnen nicht gefällt oder nicht mundgerecht ist, so besitzen wir dochgegenwärtig zu viele gelungne Übersetzungen, welche in Form undInhalt dem Original streng folgen, als daß noch ein Streit überdie Pflichten eines Übersetzers seyn könnte. Aus diesem Gesichts-punkte können wir weder Manso's Ödip in Alexandrinern, nochseine» Lasso in wielandschen Stanzen, deren Inhalt dem Lassoeben sowohl gehört als nicht gehört, noch auch stinen Virgil, Bionund Moschus in ziemlich unvollkommnen Hexametern mit besondern,Beifall nennen, wiewohl in diesen Arbeiten gelehrte Kenntnisse undein empfängliches Gemüth Nicht zu verkennen sind, Unter seineneignen Gedichten ist seine Kunst zu lieben, ein Lehrgedicht indrei Büchern, das bedeutendste, dessen Werth sich größtentheils aufeinen gewissen zierlichen Anstand, welcher Verstandesproduct ist, undauf Correctheit des Ausdrucks beschränkt. Ein gleiches gilt von derEpistel an Garve, über die Verleumdung der Wissenschaften, die alsphilosophisches Gedicht nicht ohne Verdienst ist. Auch in den zweiBänden seiner vermischten Schriften finden sich unter dem Namen,poetische Wälder, zwei Bücher vermischter Gedichte. Es sind di-daktische und lyrische Stücke, Elegien, Madrigale und Epigramme,theils Originale, theils freie Nachbildungen, unter denen manchesdurch Zartheit und Innigkeit anspricht. Bon Manso's prosaischenSchriften nennen wir seine Versuche über einige Gegen-stände aus der Mythologie der Griechen und Römer,ferner Sparta, ein Versuch zur Aufklärung der Ge^schichte und Verfassung dieses Staat«. In beiden findensich schätzbare Materialien und manche neue Ansicht. Eine Mengekleinerer Abhandlungen, deren mehrere in Sulzer abgedruckt sind,U. dgl. übergehen wir.
MaNrüa, italienisch Mantova, ein ehemaliges Herzogthumin der Lombardei, welches/ mit Einschluß der kleinen FürstenthümerCastiglione und Solferino, auf einem Flächenraum von 46 Quadrat-meilen über 200,000 Einwohner zählte. Es hatte als ein kaiserli-ches Reichslcbn seine eignen Herzoge aus dem Hause Gonzaga.Der letzte Herzog Carl IV. wurde, weil er in dem spanischen Suc-cessionskriege die französische Partei gehalten, 1708 von dem KaiseriN die Acht und Obcracht erklärt, und starb bald hernach zu Padugohne Erben. Seit dieser Zeit blieb Österreich in dem Besitz desLandes, und vereinigte es zu Anfang des Jahrs 1785 ganz mit denmailändischcn Landschaften, mit denen es die österreichische Lombar-dei bildete. Zm I. 1797 wurde es von Bonaparte mit zur cisal-pinischen Republik gezogen, und machte nachher den größten Theilvom Departement des Mincio im Königreich Italien aus, bisÖsterreich 1814 wieder Besitz davon nahm. Die Hauptstadt Man-rua liegt in einem großen See, welchen der Mineiv bildet. Man