Band 
Sechster Band. M und N.
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Manual oder Memorial Manukactur 95

gelangt nur vermittelst zweier Dämme oder Hauptbrücken in dieStadt, beide aber können von eben so viel Forts und andern auf-geworfnen Werken bestrichen werden. Um die Stadt selbst gehteine starke Mauer, und überdies ist sie durch eine Citadelle gedeckt.So ist Mantua durch Natur und Kunst eine Festung vom erstenRang. Die Gaffen sind meistens breit und gerade, und zum Theilmit schöngebautev Häusern besetzt. Der Bischof stand ehemals un-mittelbar unter dem Papst und wurde 1770 für sich und seineNachfolger in den Reichsfürstenstand erhoben; nachher stand er un-ter dem Erzbischof von Fcrrarü. Die ehemalige Kirche und Biblio-thek der Franciecaner, die Kirche der vormaligen Jesuiten mit ih»rein zum astronomischen Observatorio eingerichteten Thurme, derehemalige herzogliche Palast und «teil» Ciusiiria. die Ge-

bäude der 1625 gestiftete» Universität, das Zeughaus, die Juden-synagoge, die Mühle der zwölf Apostel, der in Gestalt eines kerbaute Palast Pitti mit seiner Gemähldegallerie, die Akademie derWissenschaften und Künste, und die damit vereinigte Mahler- undBauakademie gehörten und gehören zum Theil noch zu den Merk-würdigkeiten der Stadt. Die blühende Stadt wurde äußerst ver-wüstet, als durch Verschulden Valduins del Monte die Kaiserlichenim I. i6zo in dem damaligen Erbfolgestreit sich mit stürmenderHand ihrer bemeisterten. Nachher erholte sich Mantua wieder, aberseitdem kein Hof mehr daselbst war, hat es an Einwohnern undFabriken sehr abgenommen. Die Zahl der Einwohner, welche 1780sich auf zo,<x>o bclief, verminderte sich in dem letzten Jayrzehenddes vorigen Jahrhunderts um ein ganzes Drittel, weil die wichtigeFestung Mantua damals eine große Rolle in den Kriegen zwi-schen Frankreich und Österreich spielte. Im I. 1796 eroberten siedie Franzosen durch eine enge Blokade, indem sie Wurmser zwan-ßen, sich wegen Mangels an Lcbensmitteln zu ergeben. Im I. tfyywurde sie den Franzosen von den Österreichern unter Kray durcheine förmliche Belagerung wieder entrissen, aber inu Anfang desI- 1801 mußte sie den Franzosen in Folge des nach der Schlachtron Marengo geschloßnen Waffenstillstandes wieder übergeben wer-den. Räch dem pariser Frieden räumten sie die Franzosen, ohne«aß eine Belagerung Statt gefunden hatte.

Manual oder Memorial nennt der Kaufmann das Hand-lungsbuch, in welches alles in der Handlung täglich Vorkommendesogleich eingetragen wird. (S. Buchhalterei.) An der Orgel heißtManual die" Claviatur für die Hand, im Gegensatz des Pedals,welches mit den Fußen getreten wird.

Manufacturen heißt man Werkstätte, wo! Waaren imGroßen verfertigt werden, und wobei eine Theilung der verschied-nen Arbeiten Statt findet. Man macht nach dem Sprachgebrauchnnen Unterschied zwischen Fabrik und Manufaktur (s. Art.Fabrik) und nennt dergleichen Werkstätte, wo das Artefakt vor-züglich durch Feuer und Hammer hervorgebracht wird, Fabrik,die, wo es mehr durch Hände und Maschinen geschieht, Manu-faktur. Im gemeinen Leben wird indeß dieser Unterschied wenigdeobachtet, und man spricht hier so gut von einer Schuhfabrik, alsvon einer Eisenwaarcnmanufactur. Die Manufactilrarbeiten findDeutschland jetzt nicht selten, doch haben fie ihre größteVollkommenheit England erreicht. Und sie find es, nicht dievon einigen deutschen Fabrikanten fälschlich vorgegebne Unterstützung