Band 
Sechster Band. M und N.
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ro4 Maratten

Quadratmeilen. Die Hauptstadt war sonst Satara ober Settarah.Die Maratten gehören zu den Rasbutten, einem alten kriegerischerVolke, und. singen erst im i 7 ten Jahrhundert an, sich hervorzuthun.Der Stifter ihres Staats war Sewagi, welcher 1680 starb. SeineNachkommenschaft starb 1777 aus. Im achtzehnten Jahrhundertvergrößerte sich die Macht der Maratten beträchtlich, und ihrStaat war bis 17Z9 eine vollkommne Monarchie. Als aber 1740der schwache Ram Rajah den Thron bestiegen hatte, theilten seinebeiden Hauptminister, der Peischwah oder Civilminister Bajirowund der Bukschi oder Kriegsminister und Oberfeldherr Ragogi, dasReich. Der Peischwah eignete sich die Herrschaft der westlichen Pro-vinzen zu und nahm seinen Sitz zu Punah, der Bukschi nahm die östli-chen Provinzen und wählte Ragpur in Berar zur Residenz. RamRajah wurde in der Festung Sattarah gefangen gehalten, wo er1777 starb. So entstand ein doppeltes Reich: der Punah-Marat-ten und der Berar-Maratten. Die andern Fürsten folgten demBeispiel der Minister, jeder riß ein größeres oder kleineres Gebietan sich, und die Eine unumschränkte Monarchie zerfiel in einerStaat von vielen föderirten Fürsten. Das Punah- und Berarreichwurden von ihren Usurpatoren abgesondert und unabhängig voreinander regiert. Nur gleich nach ihrer Gründung thaten sie (zwi-schen 174-2 und 44) einen gemeinschaftlichen Einfall in Bengalen, zuwelchem jeder 80,000 Reiter stellte. Alivcrdy Chan hatte (kurz vor1738) Bengalen zu einem unabhängigen Reiche gemacht und bisherdie ganzen Einkünfte bezogen. Run war ihnen der Chout auch i»Bengalen eingeräumt, dessen Rückstände die beiden Marattenhäupter,als ihnen gemeinschaftlich zugehörig, mit gewaffneter Hand föderier.Eifersucht und Uneinigkeit machten ihren Einfall weniger furchtbar,als er sonst gewesen seyn würde. Erst 1744 zogen die MarattenMit reicher Beute ab; aber auch nachher wurde der Chout nie re-gelmäßig eingefodert. — Folgendes ist ein kurzer Abriß der Ge-schichte der beiden Marattenstaaten, i. der Staat der Punah-Ma-ratcen. Er nahm die ganze Küste Concan von Goa bis Cambojaein, und war von Mysore, Golcsnda, Berar und den marattische»Fürstenthümern Guzerate, Ugein und Endore umgeben. In demsel-ben lagen die vornehmsten Besitzungen der Präsidentschaft Bombay.Die jährlichen Einkünfte des Peischwah betrugen über zo MillionenThaler. Bajirow machte verschiedne Eroberungen. Sein Sohn Bal-lagi, der ihm 1759 in der Würde eines Peischwah folgte, setztediese Eroberungen bis in den Penjab und zu den Ufern des JnduSfort. Aber durch dies« Vergrößerung des Punahftaats kam er inBerührung mit den von Abdallah, einem vormaligen Generale Na-dir Shahs, regierten Ländern. Der Peischwah beschloß, alle Maho-medaner zu vecrreiben, und die Marattenherrschaft über ganz In-dien zu verbreiten. Das ganze Land theilte sich (1759 — 61) >"zwei Parteien zu einem allgemeinen Kampfe: die Mahomedanerschloffen sich an Abdallah an, und erschienen 150,000 Mann starrin den Ebnen von Carnqwl und Panniput; die Maratten, in Ver-bindung mit den Jats, führten 200,000 Mann dahin. Nach lan-gem mörderischen Kampfe wichen die Letzt ern, und mit dieser Schlacht ver-loren sie die Oberherrschaft über Indien, wonach sie strebten. Seit-dem erholten sich die Maratten nie wieder ganz. Ballagi starb balddarauf, sein Sohn Maderow schon im I. 1772 und sein Enkel Na-rain Row ward das Jahr darauf von seinem Oheim Ragobah er-