Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
112
JPEG-Download
 

H2 Maret Margarethe

Maret (Hugues Vernarb), Herzog von Bassano, bis zu Na-poleons Sturz Minister-Staatssekretär, geboren zu Dijon 1758.Er widmete sich der Diplomatik und ward zu Ende des Jahrs 1792von der französischen Regierung nach London gesandt, um EnglandsBeitritt zur Coalition zu verhindern. Seine Bemühungen bliebenjedoch fruchtlos und er erhielt im Februar 179z seine Depeschen vomLord Grenville »»eröffnet zurück und zugleich Reisepässe mit demBefehl, nebst seinem Secretär das Königreich binnen drei Lagen zuverlassen. Bei seiner Zurückkunst nach Frankreich hatte die schnelleFolge der Begebenheiten die Gunst, die er vorher unter dem Schutzedes Ministers Lebrun genossen, vermindert, und er verlor selbst da-mals seine Stelle als Departementschef im Bureau der auswärti-gen Angelegenheiten. Loch ernannte man ihn bald darauf zumBotschafter am neapolitanischen Hose; als er sich aber zu seinerBestimmung begeben wollte, wurde er nebst Semonville am 2gstcnJuli von kaiserlichen Truppen in Graubünden arretirt und nachKufstein gebracht, von wo er, den 2gsten December 170g zugleichmit den von Dumouriez den Österreichern überlieferten Deputirteuzu Basel gegen die Tochter Ludwigs XVI. ausgewechselt wurde.Im Juni 1797 ernannte ihn das Directorium zu einem der dreiCommissäre, welche Mit Malmesbury zu Lille unterhandeln sollten;die Revolution vom iZten Fructidor veranlaßte jedoch, Laß er zu-, rückberufen und von andern Unterhändlern abgelöset wurde. ImI. 1798 gestand ihm der große Rath von Mailand Entschädigungenfür den Verlust zu, den ihm seine Gefangenschaft verursacht hatte.Im I. 1799 ward er Secretär vom Staatsrathe der Consuln, eineStelle, die nachher unter dem Titel Staatsftcretariat zu einem Mi-nisterium erhoben wurde. Im Februar 1805 erhielt er das rctbeBand, begleitete Napoleon nach Deutschland, half den Frieden mitÖsterreich schließe» und kehrte im Januar i8c»S nach Paris zurück.Im preußischen Feldzuge, im Kriege gegen Österreich 1809, und imletzten Kriege von 1812, iZ und 14 begleitete er allemal Napo-leon, dem er bis ans Ende seiner Regierung mit Eifer diente.Seine Gemahlin war bei der Kaiserin Josephine Ehrendame, undbei der Kaiserin Luise Palastdame. Beide sind gegenwärtig ohneAnstellung.

Marforio, eine ziemlich große, ui etwas verstümmelte stei-nerne Statue, welche in dem Hofe des einen Flügels vom Campi-doglio an der Wand steht, und an welcher sonst häufig, wie amPasguino, allerlei Pasquinaden angeheftet wurden.

Margarethe, Waidemars lll., KdnigS von Dänemark, Toch-ter, und Hakons VUI-, Königs von Norwegen, Gemahlin, bestiegIZ87 nach ihres Sohnes Olaus Tode, der Norwegen und Dänemark inseiner Person vereinigt hatte, den Thron beider Königreiche. Danoch von Waidemars Zeiten her Dänemark mit Schweden in Kriegverwickelt war, setzte sie, von dcgi unzufriednen Ständen diesesReichs aufgesodert, denselben fort, und war so glücklich, den schwe-dischen König Albrecht nach einer siebenjährigen hartnäckigen Gegen-wehr zu besiegen und in der Schlacht bei Falköping gefangen zunehmen, worauf sie im I. IZ94 auch den Thron von Schweden ein-nahm. Jetzt, da sie in ihrem vierunddrtißigsten Jahre die Kronender drei nordischen Reiche auf ihr Haupt gesetzt hatte, dachte siedarauf, die Bereinigung derselben auch dauernd zu machen. S>eberief die dänischen, schwedischen und norwegischen Stände im 3 ,