Band 
Sechster Band. M und N.
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H4 Margarethe von Anjou

leute war derselben Meinung. Diese Stimmung der Gemüther er-innerte an di« Usurpation des Hauses Lancaster, von welchem Hein-rich Vl- abstammt«, und weckte das Andenken an die unbestreitba-ren Recht«, welche Richard, Herzog von Bork, auf die Krone hatte;sie bewog die Communen, dem Herzog von Suffolk, MargarethensLieblinzsminister und Unterhändler der Heirath, des Hochverrath-anzuklagen. Der König rief die Sache vor sein Conseil und ver-bannte Suffolk auf einige Zeit; aber der Herzog wurde, noch eheer England verlassen hatte) ermordet, und sein Tod blieb unge-rächt. Die Revolte, die im I. 1450 Statt fand, schreckte die Mi-nister, die in Heinrichs Namen regierten, und erweckte einigen Arg-wohn Fegen den Herzog von Uork; dennoch wurde dieser rm Jahr1454 an die Spitze des Königreichs gestellt, in einem Augenblicke,wo Heinrichs Geistesschwäche durch Krankheit noch vermehrt wurde.AIs der König im folgenden Jahre wieder hergestellt war, wider-rief er die dem Herzog von Vork ertheilte Vollmacht. Dieser griffzu den Waffen, schlug Heinrichs Truppen, nahm ihn selbst gefan-gen und zwang ihn, die Macht wieder in seine Hände zu legen.Dies war der Anfang der Kriege zwischen der weißen und rothe»Rose; erstere war das Zeichen der Anhänger des Hauses Vork, letz-tere hatte das Haus Lancaster gewählt. Im I. 145Ü benutzte Mar-garethe die Abwesenheit des Herzogs, und führte den König in dieKammer der Pairs, wo er aufs neue die dem Herzog von Bork er-theilte Vollmacht vernichtete. Der Krieg brach wieder aus, undwurde mit wechselndem Erfolg geführt. Endlich wurden 14Ü0 dieLancastrischen zu Northampton durch den berühmten Grasen vonWarwick geschlagen und Heinrich abermals gefangen genommen.Margarethe floh mit ihrem noch unerwachsnen Sohn in das nörd-liche England, und wußte durch ihr Unglück einen solchen Enthu-siasmus zu erregen, daß sich, obgleich London und das Parlamentihr entgegen waren, der Adel für sie erklärte und in kurzem einHeer von 20,000 Mann versammelt war. Der Herzog von Uork mar-schirte nur mit 5000 Mann gegen sie, und fand sich zu Wakefieldumringt. Sein Heer wurde in Glücke gehauen und er selbst inbem Gefecht erlegt. Margarethe ließ seinen Kopf mit einer Pa-picrkrone auf das Thor von Uork aufstecken. Im I. 1461 schlugsie den Grafen Warwick in einer zweiten Schlacht bei St. AlbanS,und befreite ihren Gemahl. Aber sie befleckte ihren Sieg durchnachherige blutige Hinrichtungen. Trotz der Niederlage seiner Par-tei war indessen der älteste Sohn des Herzogs von Uork unter demNamen Eduard IV. zu London als König proclamirt worden, undMargarethe sah sich genöthigt, sich in den Norden von Englandzurückzuziehn. Alles strömte unter ihre Fahnen, wo die größte Zü-gellosigkeit und Ungebundenheit herrschten; sie stand in kurzem ander Spitze von 60,00» Mann. Aber dieses Heer wurde bei Ton»town vernichtet. Margarethe und ihr Gemahl flohen nach Schott-land; Eduard berief ein Parlamenr, ließ seine Rechte auf die Kroneanerkennen, und Heinrich VI-, seine Gemahlin, ihren Sohn undalle Anhänger des Hauses Lancaster proscribiren. Margarethe eilte,da sie in Schottland keine Unterstützung erlangen konnte, nachFrankreich und bewog Ludwig Xl. durch das Versprechen, ihm Ca-lais zu überliefern, ihr ein Hülfscorps von 20,000 Mann zu ge-ben, womit sich einige Schotten und die Anhänger ihrer Partei i»England vereinigten. Dieses Heer wurde 1464 bei Exham geschla-