I2s Maria l., Königin von England
seit sie mit der nicht genannten Sünderin zu Rain, die Jesusfür ihre Reue und für die Aufopferung, mit der sie seine Füßesalbte, der Bergebung ihrer Sünden versicherte, Luc. 7, zü - 50.z. Maria, des Clcophas Frau, die Mutter des Apostels Jaco-bus und 4. Maria, die Schwester der Mutter Jesu, di? wir beideunter den^ Kreuze und beim Grabe Jesu sehn, in dessen Gefolge siewahrscheinlich schon früher gewesen waren. L. '
Maria > , Kbnigin von England, geboren i-ztg, war dieTochter Heinrichs. Vnund Catharincns von Aragon. Ihre, wie-wohl kurze, Regierung macht Epoche in der Geschichte Englands.Als die Tochter einer verstoßnen Königin hatte sie früh das Un-glück kennen gelernt, ohne davon geheugt zu werden; sie war, wieihre Mutter, dem Protestantismus abgeneigt, von ihrem Vaterhatte sie den finstern argwöhnischen blutdürstigen Charakter. Mitdiewn Eigenschaften bestieg sie nach ihres Bruders, Eduards V!-,Tode, in ihrem Zysten Jahre den Thron. Außer ihr machten nochdrei Prinzessinnen Ansprüche darauf, nämlich Elisabeth, die zweiteTochter Heinrichs. und in der Linie Heinrichs Vll. Johan-na Grat) und Maria Stuart; die erstere eine Protestantinund durch Eduards Testament zur Erbin bestimmt, die zweite eineCatholikin, deren Recht jedoch eben so schwach war als ihre Mit-tel, es geltend zu machen. Maria, als Heinrichs Vlll- älteste Loch- ^ter, hatte unstreitig die gültigsten Ansprüche auf den Thron; den-noch bestieg sie ihn erst, nachdem sie sich feierlich zur Aufrechterhal-tung der protestantischen Religion verpflichtet hatte, die nutetEduard als herrschende Religion eingeführt worden war. Der ierste Gebrauch, den sie von ihrer Gewalt machte, war, daß ist ,ihre Schwester Elisabeth einkerkern, die unglückliche Johanna Gkay,die wider ihren Willen zehn Lage lang den königlichen Titel ange-nommen, stimmt denen, die sie dazu gezwungen hatten, hinrichte»ließ. Gleich darauf öffnete sie die Gefängnisse der Catholiken undverstattete ihnen Gewissensfreiheit. Das war gerecht; aber gegenihre ausdrückliche Verpflichtung, gegen das politische Interesse undhöchst verdammlich wegen der Mittel, die sie dazu anwandte,^ wares, daß sie die römisch-katholische Religion förmlich wiederherstell-te. Räch Hume's Angabe wurden binnen drei Jahren fünf Bi-schöfe, einundzwanzig Geistliche, acht Edelleute, viernndachtzigWürger, hundert Landlente, Dienstboten und Handwerker, fünf-undfunfzig Frauen und vier Kinder der Religion willen verbrannt.Aber auch in Fällen, wo nicht der Rcligionseifer sie hinriß, ver-fuhr sie nicht minder mit tyrannischer Willkür. Eine Jury hattewegen Mangels an Beweis einen angeblichen Anstifter einer Ver-schwörung losgesprochen; Maria ließ die Geschwornen einkerkern,belegte sie mit iooo und 2000 Mund Sterling Strafe und hieltden Sosgesprochnrn zwei Jühre lang gefangen. Ihre Vermählung -mit Philipp II. stimmte weder mit dem Interesse der Ration und sEuropa's, noch mit ihrer Persönlichkeit überein, da Maria ummehr als zwölf Jahre älter als dieser Fürst war. Aber das Bei-spiel desselben feuerte sie noch mehr zur Verfolgung der Protestan-ten an. Überdies machte sie Anleihen, zum Theil gezwungene, underlaubte sich E Pressungen aller Art, um die Ausbeute davon nachFlandern zu schicken, wohin Philipp 1554 zurückgekehrt war. Siesckricb Licbeseiegien und vergoß Thränen über die Abwesenheit undKälte ihres Gemahls, während dieser, der nur «in Jahr mit ihr per-