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Maria Stuart
Nach ihrer Rückkehr in Schottland verheirathete sie sich in zweitkrEhe mit Heinrich Stuart Dornten, ihrem Wetter. Dieser Prinzhatte alle äußern Liebenswürdigkeiten, nm ein junges unerfahrneSHerz anzuziehn. Maria gab ibm, in dem ersten Entzücken der Liebe,den Titel als König und setzte seinen Namen neben den ihrigen in al-len ö cntlichen Urkunden. Aber sie entdeckte bald in ihrem Gemahleinen anmaßenden, heftigen, unentschloßnen, leichtgläubigen, nie-drigen, in seinen Vergnügungen brutalen Mann, der von den elen-desten Schmeichlern beherrscht wurde. Sie wollte sich jetzt mehr zu-rückhalten ; darüber wurde er aufgebracht und allen, die das Ver-trauen der Königin hatten, höchst abgeneigt. Ein italienischer Sän-ger, David Rizzio, war damals der Rathgeber dieser Fürstin. Hein-rich, darüber eifersüchtig und empört, dringt mittelst eincrgeheimenTreppe mit einigen Bewaffneten in das Zimmer, wo seine Gemah-lin speist, und außer dem Sänger und der Gräfin Argyle niemandbei sich hat. Man stürzt den Tisch um und tödtet Rizzio vor den Au-gen der Khnigin, die seit fünf Monaten schwanger und umsonst denUnglücklichen zu retten sich bemühte. „Ich will nicht mehr weinen,"sagte sie nach dieser schrecklichen Scene, „ich will nur auf Rache den-ken." Rizzio war gewiß nur der Vertraute und der Liebling Ma-riens gewesen. Ein gefährlicherer Mann nahm seinen Platz ein, derGraf Bothwell. Diese neue Verbindung mit einem heftigen und la-sterhaften Manne wurde die Ursach zum Tode des Königs, der zuEdinburg in einem einzeln stehenden Hause in die Luft gesprengtwurde. Maria vermählte sich darauf mit ihrem Liebhaber, der all-gemein für den eigentlichen Mörder ihres Gatten galt. Diese un-glückliche Verbindung brachte Schottland wider sie auf. Verlassenvon ihrer Armee, war sie gezwungen, sich den Eonfödcrirten zu erge-ben und die Krone ihrem Sohne abzutreten. Man erlaubte ihr, ei-nen Regenten zu ernennen, und sie erwählte den Grafen Murray,ihren natürlichen Bruder, der -sie nichts desto weniger mit Vorwürfenund Schmähungen überhäufte. Der herrische Charakter des Regen-ten verschaffte der Königin einen Anhang. Sie entfloh aus dem Ge-fängniß, versammelte 6000 Mann, wurde aber besiegt und genöthigt,in England eine Zuflucht zu suchen, wo sie statt dessen eine achtzehn-jährige Gefangenschaft und endlich den Tod auf dem Blutgerüstefand.Elisabeth ließ sie zwar ehrenvoll in Carlisle empfangen, gleich daraufaber ihr andeuten, daß, da die öffentliche Stimme sie der Ermor-dung ihres Gemahls anklage, sie sich deßhalb zu rechtfertigen habe.Man ernannte Commissarien und brachte sie in Haft nach Tewks-bury, um d,n Prozeß gegen sie einzuleiten. Das Unglück Marienswar, daß sie in ihren Leiden Freunde hatte. Täglich bildeten sich,sey es nun wirklich oder vorgeblich, Complotts gegen Elisabeth,um die Königin von Schottland wieder einzusetzen. Ein Priester,Namens John Ballard, wurde beschuldigt, einen jungen Edel-mann, Babington mit Namen, zur Ausführung dieses Plans auf-gefodert zu haben. Einige andre traten mit in den Bund. DerAnschlag wurde entdeckt und sieben der Schuldigen hingerichtet.Diese Verschwörung diente nur dazu, Mariens Schicksal zu beschleu-nigen. Man verbreitete täglich beunruhigende Gerüchte. Eine spa-