Maria von Mrdicis 125
Maria von Medicis, die Tochter Franz II. von Medicis,Großherzogs von Toscana, geboren zu Florenz 157Z, wurde itzoc,an Heinrich IV , König von Frankreich, vermählt. Nach HeinricheTode trat sie 1610 als Rcgentin an die Spitze des Königreichs.Der Dur d'Epcrnon hatte das Parlament gezwungen, ihr die Re-gentschaft zu ertheilen, ein Recht, das bisher nur die Generalständegehabt hatten. Maria, zugleich Regentin und Bormündcrin überihren minderjährigen Sohn, Ludwig XIII., verabschiedete den gro«Den Gully und ließ sich von italienischen und spanischen Günstlin-gen leiten. Der Staat verlor sein Ansetzn von außen und wurdeim Innern von den mächtigen Großen zerfleischt. Ein im I. 1614geschloßner Vertrag bewilligte den Mißvergnügten alles, was siesoderten; dennoch erwachte der Parteigeist bald aufs neue. Manwar allgemein unzufrieden mit dem Betragen Mariens, die sich ganzdem Marschall d'Ancre und seiner Gemahlin Galigai hingab/denunverschämtesten Günstlingen, die je einem Throne nahe gekommen.Der Tod des Marschalls, der auf Befehl Ludwigs XIII. ermordetwurde, erstickte den Bürgerkrieg. Maria wurde nach Blois ver--wiesen, von wo sie nach Angouleme ging. Richelieu, damals Bi-schof von Lugon und später Cardinal, versöhnte lüiy die Mutterund den Sohn. Aber Maria, unzufrieden mit der Nichtvollziehungdes Vertrags, entzündete einen neuen Kriegs mußte sich aber baldunterwerfen. Nach dem Tode des Connetabels de Luynes, ihresVerfolgers, stand sie an der Spitze des Staatsraths; um ihr begin-nendes Ansetzn zu befestigen, führte sie Richelieu, ihren Günstlingund Oberintendanten, in selbigen ein. Kaum aber hatte der Cardi-nal den Gipfel der Größe erreicht, als er seiner Wohlthäterinzeigte, daß er nicht mehr von ihr abhänge. Diese versäumte nichts/ihn wieder zu stürzen, und als Ludwig XII l. zu Lyon gefährlichkrank geworden, entriß sie ihm das Versprechen, den Cardinal zuentfernen. Um sich diesem Versprechen zu entziehn, suchte der Könignach seiner Genesung beide zu versöhnen. Maria war nicht zu be-wegen und diese Hartnäckigkeit mißfiel dem König, welcher einwil-ligte, sie aufzuopfern. Es wurde ein geheimer Staatsrath gehal-ten, dessen Seele der Cardinäl war. In einer langen, aber nichtgar zu wohl abgefaßten Rede zeigte er, daß entweder die Königinoder er entfernt werden müsse; dann sprach er von den Gefah-ren, welche dem Staate von außen und innen drohten, und wußtedem Könige so bange zu machen, daß dieser sich ohne die Stütze sei-nes ersten Ministers für verloren hielt. Alle, die der Berathschla-«ung beiwohnten, bestärkten theils aus Schmeichelei, theils ausFurcht den König in seiner Meinung, der um so fester darin be-harrte, als der Cardinal ihm vorgespiegelt hatte, daß seine Mut-ter ihren zweiten Sohn Gaston auf den Thron heben wolle. Dem-zufolge wurde ihr im I. i6zi das Schloß zu Compiegne zum Auf-enthaltsort angewiesen; alle ihre Freunde und Anhänger aber erilirt«der in die Bastille gesetzt. Sie fühlte bald, daß sie zu Compiegne>» einer wahren Gefangenschaft lebe, entfloh noch in demselben Jahrenach Brüssel, fodcrte mehrere Male vom Parlament Gerechtigkeit,und starb 1642 in großer Dürftigkeit zu Cöln. — Paris verdanktihr das prächtige Palais Luxemburg, schone Wasserleitungen, unddie öffentliche Promenade Cours-la-Reine. — Das Mißgeschick die-ser Fürstin entsprang aus ihrem eifersüchtigen, hartnäckigen und chr-Soizigen Charakter. Sie war unter Heinrich IV. nicht glücklicher