Band 
Sechster Band. M und N.
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126 Marie Theresia Marie Louise (Kais. v. Frankreich)

gewesen als unter Ludwig Xlll. Die Liebschaften ihres Gemahlsverursachten ihr den größten Kummer, und die Eifersucht führte oftdie heftigsten Scenen herbei. Mit einer unbegrenzten Leidenschaft-lichkeit verband sie alle Schwächen des Weibes. Sie war ehrgeizigaus Eitelkeit, vertrauend aus Mangel an Einsicht, rachsüchtig ausEigensinn und geizte mehr nach Ansetzn als nach Macht. — IhreLebensgeschichte ist 1774 zu Paris in z Bünden erschienen.

Maria Theresia, s. Theresia (Maria).

Maria Antoinette, s. Antoinette (Maria).

Mariana (Juan), ein berühmter spanischer Geschichtschreiber,geboren zu Talavera im I. 15Z6. Er widmete sich früh dem geist-lichen Stande und trat in den Jesuiterorden. Seine Studien voll-endete er auf der berühmten Universität zu Alcala; hier erwarb erjenen reinen Geschmack, jene Beredsamkeit und Genauigkeit, die denHauptcharakter seiner Schriften ausmachen; diese Eigenschaften be-festigten sich in ihm durch den Besuch der Schulen mehrerer ausgezeich-neten Gelehrten, unter andern des P. Eyprian de Huerga, ei-nes besonders in den orientalischen Sprachen sehr bewanderten Ci-sterziensers. Mariana ging sodann auf Reisen und lehrte die Theo-logie mit Auszeichnung in Rom, Sicilien und Paris. Da jedoch dieBeschaffenheit der Luft in letzterer Stadt, noch mehr aber der an-haltende Fleiß, womit er seinen Geschäften oblag, seine Gesundheiterschütterten, kehrte er 1574 nach Spanien zurück und nahm seineWohnung in dem Jesuitercollegium zu Toledo, nachdem er dreizehnJahre seines Lebens dem öffentlichen Unterricht im Auslande gewid-met hatte. Er schrieb jetzt seine Hisroris -t« rodn, ttiepsnis«, einWerk, wie es seinem Baterlande noch fehlte. Er verfaßte es inlateinischer Sprache, damit der Ruf von den Großthaten der Spa-nier bei allen Bölkern dadurch bekannt werden möchte. Die ersteAusgabe, Toledo igys enthält 20 Bücher, zu denen er in den bei-den folgenden Ausgaben noch 10 Bücher hinzufügte. Die günstigeAufnahme, die sein Werk allgemein fand, die wiederholten Auffode-rungen seiner Freunde, die Furcht, daß eine schlechte Übersetzung er-scheinen möchte, alle diese Rücksichten bewogen Mariana, sein Werkselbst ins Spanische zu übersetzen. Bier Ausgaben der Übersetzungerschienen bei Lebzeiten des Verfassers, jede mit neuen Beränoerun-gen, Ausätzen und Berichtigungen. Mariana's übrige Schriftensind 1. seine berühmte Abhandlung i^o er >«pi» iu'riruieons,welche elf Jahre nach ihrer Erscheinung als aufrührerisch von demParlament zu Paris zum Feuer verurtheilt wurde, und auch inSpanien ihm viele Unannehmlichkeiten zuzog. Mariana behauptetin diesem Werke, daß es erlaubt sey, sich eines Tyrannen zu entle-digen. Die Originalausgabe dieses Buchs ist seyr selten geworden.2. I)« ponüerikiu» er n-en5ln,is; Sieben Abhandlungen, welchezusammen in einem Foliobande 1609 in Cöln erschienen sind. Dieletzten Lebensjahre widmete Mariana seinen Schotten über das alteund neue Testament, deren Beendigung Krankhe t und Altersschwacheverhinderten. Dennoch ließ er sie i6iy zu Madrid drucken. Erstarb 162Z zu Toledo in einem Alter von 87 Jahren.

Marie Louise Leopoldine Caroline, ältesteTochterdesKaisers Franz II. aus zweiter Ehe mit Maria Theresia,Tochter des Königs Ferdinand von Neapel, ist geboren denisten December 1701, und wurde dem Kaiser Napoleon vermähltden Uten März i8ro. Man empfing sie in Frankreich mit den