Band 
Sechster Band. M und N.
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144 Marly Manpont

gehörte, dem alle Vorschläge Ludwigs XIV- nicht genügten. DieKönigin Anna willigte in einen Separatfrieden, der 171g zu Utrechtgeschloffen wurde, und durch den England zwar gewann , aber treu-los an seinem Bundesgenossen, dem Kaiser, handelte. Marlboroughwurde aller seiner Stellen entsetzt, der Untreue, der Unterschlagungvon Geldern und andrer Verbrechen beschuldigt, und wählte einfreiwilliges Exil. Erst nach AnnenS Tode 1714 kehrte er in sein Va-terland zurück, bekam von Georg I. alle seine Nmter wieder, konntesie aber wegen seiner Altersschwäche nur kurze Zeit verwalten, undstarb 1722 .zu Windsorledge im festen Jahre seines thatcnvolle»Lebens.

Marly, ehemals mit dem Beinamen lc Roi (nachherMarly laMachine genannt), ein französisches prächtiges Lustschloß und Fleckenvon Z12 Feuerstellen und 1227 Einwohnern an der Seine, mitten ineinem Lustwalde, eine französische Meile von Versailles. Man be-wunderte daselbst die Waffermaschine, mittelst welcher das Waffelnach Versailles geleitet wurde. Ludwig XV. ließ Marly mit großenUnkosten ausbessern. Während der Revolution ist das künstlickeWerk fast gänzlich verfallen, man hat es aber in neuern Zeiten durcheine weniger zusammengesetzte Maschinerie wieder in brauchbarerStand gesetzt.

Marmont (Messe de), Herzog von Ragusa und Marschall vorFrankreich, geboren um das I. 1770, stammt aus einer adeligen Fa-milie und empfing eine gute Erziehung. Man widmete ihn dem Ar-tilleriedienst. Er diente in der Armee von Italien, als Bonaparteihn zu einem seiner General- Adjutanten wählte. Muth und Einsichterwarben ihm das Vertrauen des Oberbefehlshabers, dessen oft schwie-rige Aufträge er mit Glück vollzog. Er war noch Bataillonschef, alser 1796 nach Paris gesandt wurde, um dem Direktorium 22 de»Österreichern unter Wurmser abgenommue Fahnen zu übergeben. Beidieser Gelegenheit pries er in einer langen pathetischen Rede die Tha-ten der italienischen Armee und das Genie ihres Anführers. Zur Zeitder Gründung der italienischen Republik überbrachte er die BeschlüsseBonaparte's dem Congreß von Reggio; er befand sich bei der Expedi-tion gegen Rom. Nach dem Frieden von Campo Formio kehrte ernach Paris zurück, und verheirathete sich mit der einzigen Tochter desdurch Reichthum und Rechtichaffenheit gleich ausgezeichneten BanquiersPeregaux. Als Bonaparte nach Ägypten ging, folgte ihm Mar-mont. Bei der Einnahme von Malta commandirte er eine her gelan-deten Colonnen, schlug die Malteser zurück, erbeutete die Ordensfalnne, uns ward dafür zum Brigadegeneral ernannt. Bei dem Angriffauf Alexandria und auf dem Marsch nach Cairo leistete er wesentlicheDienste. Zur Zeit der Expedition nach Syrien löste er den GeneralKleber in dem Commando von Alexandria ab. Er hatte hier nichtnur die Vertheidigung der Küsten gegen jeden Landungsversuch derTürken, sondern auch die Correspondenz mit Frankreich und ins ge-heim die Vorbereitungen zur etwanigen Abreise Bonaparte's zü be-sorgen. Letzterer Auftrag ist ein Beweis der großen Vertraulichkeit,die damals zwischen Beiden Statt fand. Nachdem er mit Bonapartenach Frankreich zurückgekehrt war, befördert« er aufs thätigste dieRevolution vom lgten Brumaire. .Er erhielt vom ersten Consul daSCommando der Militärschule, ward zum Staatsrath für das Kriegs-departement und zum Äivisionsgeneral ernannt, und erhielt denOberbefehl der Artillerie bei der Reservearmee, die zur Wiederer-