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vielleicht etwas Unbiegsames, das ich in meinem Charakter behaltenhabe, nnd das die Vernunft selbst und das Alter nie gehörig ge-mildert haben." Sein Bater war ein Schneider und besaß ein Land-haus, wo sein Sohn die Kindheit verlebte, und die Natur lieb ge-wann. Seine glücklichen Anlagen bewogen seine Ältern, um einenFreitisch anzuhalten, den sie auch auf dem Collegium von Toulouseerhielten. Der Jüngling glänzte in der Philosophie durch ein bün-diges Räsonncment und eine genaue Jdeensolge; aber er nahm da-bei einen steifen und pedantischen Ton an, den der Umgang mit derWelt und sein langer Aufenthalt in der Hauptstadt nie ganz vertil-gen konnten. Nachdem er einige Preise in den Blumenspiele«<jonx üoraux) von Toulouse gewonnen und einige Ze-t das Ad-boklcid getragen hatte, kam er 1745 »ach Paris. Hier lebte er inmäßigen Glücksumständen. Er wohnte mit einigen ebenfalls unbr-güterten Schriftstellern zusammen, mit denen er die Einrichtung ge-troffen hatte, daß jeder der Reihe nach einen Tag für die gemein-schaftlichen Ausgaben sorgte. Durch Fürsprache erhielt der jungrDichter eine Pension von 1500 Livres als tlisrorio^rnpiio lle» b--rin, 11» roi (Geschichtschreiber der königlichen Bauten) und auszwei Jahre das Privilegium des Mercur. Er gewann damit 40,000Livres. Eine sehr lustige Parodie einer Scene aus Cinna, worin«in Vornehmer angegriffen war, wurde ihm fälschlich zugeschrieben;um ihn dafür zu bestrafen, verlor er das Privilegium und wurdeauf einige Zeit in die Bastille gesetzt. Er hatte seine lirerarWLaufbahn mit Tragödien und Opern eröffnet. Seine Lonros mo-r-nx, die bald darauf erschienen, erwarben ihm Ruf; er behaupteteihn durch andre Werke. Er trat in die französische Akademie ugdwar deren beständiger Secretär, als 178Y die Revolution ausbrach.Während der ersten Stürme zog er sich auf ein Landhaus, einigeStunde» von Paris, zurück, wo sein edles und sanftes Herz dieÜbel beseufzte, deren Zeuge er seyn mußte. Was er erworben hatte,ging ihm verloren. Seine Ehe mit einer liebenswürdigen Nichtedes Abbe Morelct linderte einigermaßen seine Leide» und gewährteihm Trost in seiner Abgeschiedenheit. Im May 1797 wurde er vondem Departement de l'Eure in den Rath der Alten gewählt. Mar-montcl war Philosoph gewesen, aber er schien jetzt religiös. Nachdem igten Fructidor des Jahres V wurdeseineWahl cassirt; erzogsichnach Abboville, einem Dorfe im Departement der untern Seinezurück, und starb daselbst 1798 unter einem Strohdach, wo er ein-sam, arm und vergessen gelebt hatte. Marmontel hat ein bedeu-tendes schriftstellerisches Talent in seinen zahlreichen Werken ent-wickelt, welche in Z2 Bänden (in 8. und 12.) erschienen sind, undvon welchen wir nur folgende nennen: Lome» inorsux, Z Bände,welche Muster der Erzählung, voll Anmuth und Feinheit, und da-her auch vielfältig gedruckt und übersetzt worden sind; Velisairs,zu trocken und ermüdend; Oe» lnca» oii i» llorrruclion llo I'orngii»<Io kerou, wenigstens theilweis interessant und anziehend; Lioinen»lls Iicrer.->rure, eins der besten didaktischen Werke in der französi-schen Sprache; köoiivoaiix conto» inoraux, wiewohl minder be-rühmt als die frühern, doch nicht ohne großes Verdienst; endlicheine bedeutende Menge von Tragödien, komischen Opern, lyr scheuTragödien und verschiedne Übersetzungen, Gedichte, Abhandlungenu. s. w.