Mars Marschall iZz
Neptun verklagte ihn deßhalb bei den zwölf Göttern, welche ihnauf einem Hügel bei Athen richteten und lossprachen. Da Marsder erste war, über den hier ein Gericht gehalten wurde, so bekamdasselbe nach ihm den Namen Areopaguö. Im trojanischen Kriegestand Mars den Troern gegen die Griechen, bei. Unter andernkämpfte er einst gegen die Minerva, in deren Ägide er seinen Speerschleuderte, wogegen sie ihn mit einem Steinwurf zu Boden schmet-terte. Abgebildet wird Mars als ein junger männlicher Krieger involler Rüstung, von kräftigem Körperbau. Helm, Speer und Schildfind seine Attribute.
Mars, s. Planeten.
Marsch ist ein kurzes Tonstück von ernsthaftem und feierlichemCharakter, in einer geraden Tactart und einem gemäßigten Zeit-maße, welches vorzüglich zu militärischen Aufzügen bestimmt ist.Weil der Marsch nicht bloß die Absicht hat, den Aufzug feierlicherzu machen, sondern auch zugleich die Gleichförmigkeit der Schrittezu erleichtern, so muß der Rhythmus dabei sehr stark markirt undherausgehoben werden.
Marschall, alt Marschalk, französisch IVk-ireolial. Manhat vielerlei Meinungen über die Etymologie dieses Worts. Manchehaben es von Mars, dem Kriegsgotts, und Schalk, einem fei-nen, listigen Diener, hergeleitet, so daß es gleichsam einen im Kriegewohlerfahrncn Diener bezeichne; Andre von Mar, Pferd, undSchalk, also, der bei den Pferden angestellt wäre, Stallmeister(daher auch im Französischen lVlareollsI, der Hufschmib); endlich nochAndre von Mehrer oder Mayer (einem Vorsteher, Bersorger)und Saal, Hof, um damit einen obersten Vorsteher des Hofs,, ei-nen Oberhofmeister anzudeuten. Die letztere Bedeutung scheint al-lerdings mit der, welche man heutiges Tags mit dem Hofmar-schall verbindet, übereinzukommen, welcher an fürstlichen Höfeneinen der vornehmsten Hofbedienten ausmacht, von welchem dieganze innre Haushaltung des Hofs, der Küche, des Kellers u. s. w.und die Aufsicht über die Hofbcdienten abhängt, so daß er den ge-wöhnlichen Aufgang, die vorfallenden Gepränge beim Empfangfremder Gäste, bei besondern Feierlichkeiten und Festen bestreitenund besorgen muß; daher es auch ei» besondres Hofmarschallamtgibt, welches jenem untergeordnet ist. — So ist denn auch derReich sm a rsch a ll, Land - Ecbmarschall auf einem Reichs-oder Landtage derjenige unter den Reichs- oder Landständen, wel-cher auf die äußre Ordnung bei den Versammlungen der Ständesieht, den Vorsitz dabei führt, den Vortrag hält u. s. w. Er heißtErbmarschall, in so fern dies Amt bei einem gewissen Geschlechteerblich ist. — Bei öffentlichen Feierlichkeiten, Aufzügen u, dergl.pflegen Marschällc gewählr zu werden, welche den Zug oder Ab-theilungen desselben anführen, für Ordnung sorgen, und zum Zei-chen ihrer Würde einen Marschallstab tragen. — Der Feld mar-sch all ist der oberste Befehlshaber bei den Landtruppen. — End-lich erwähnen wir noch der ehemaligen Würde eines Reichs-Erz-marsch alls des deutschen Reichs, welcher als ein vornehmer Erz-beamter für die Ordnung bei Reichstagen und außerordentlichenFeierlichkeiten sorgen mußte, und fein Amt wieder durch einen Erb-marschall verwalten ließ. Dieses Erzamt kam dem Churfürsten vonSachsen zu.