Band 
Sechster Band. M und N.
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Müi'siglt 155

elf Monate in der Türkei verweilt hatte, kam er nach Bologna zu-rück und sammelte dort die auf seinen Reisen gemachten Beobachtun-gen. Kaiser Leopold war damals im Krieg mit den Türken. Mar-sigli trat in seinen Dienst und zeigte große Kenntnisse in der Kriegs-bcsonders in der Befestigungskunst. Verwundet und zum Gefang-nen gemacht beim Übergang über die Raab im I. i68Z, schätzte ersich glücklich, von zwei Türken gekauft zu werden!, die ihn wenigerdurch ihre Grausamkeit als durch ihr Elend peinigten. Nachdemer im folgenden Jahre seine Freiheit wieder erlangt hatte, wurdeer 1684 zum Dünsten ernannt. In demselben Jahre wurde erzwei Mal nach Rom gesandt, um Jnnocenz XI. und Alexander VIII.die Siege der christlichen Waffen zu melden. Als endlich der Kai-ser und die Republik Venedig einer, und die ottomanische Pforteandrer Seit« Frieden zu schließen gedachten, wurde Marstgli zuden Gränzbestimmungen zwischen den drei Mächten gebraucht. ImI. 1701 begann der spanische Erbfolgekrieg. Marstgli befehligteunter dem Grafen Ares in Brcisach, welches sich 170z nach einerkurzen Gegenwehr an den Herzog von Burgund ergab. BeideCommandanten wurden vor ein Kriegsgericht gestellt, nach dessenLusspruch Arco des Todes schuldig war, Marstgli aber aller Ehrenund Würden beraubt und ihm der Degen zerbrochen werden sollte.Marsigli hatte in seinem Unglück den Trost, daß man allgemein.dieses Urtheil für eine Wirkung der Politik hielt, welche, um dieEhre des Dberbefeülshübers, des Prinzen von Baden, zu retten,Arco und ihn aufopferte. Er nahm seine Zuflucht zu den Wissen-schaften, die er den Degen in der Hand unter Gefahren und Stra-pazen studirt hat. Er bereis'te die Schweiz, um die Gebirge, erbesuchte Marseille, um das Meer genau kennen zu lernen. Im I.1709 berief ihn Papst Clemens XI. zu sich, um ihm das Eommandoeiner Armee zu geben, die er gegen den Kaiser Joseph mobilmachte.Marstgli glaubte in Provence, wohin er 1728 zurückgekehrt war,seine Lage zu beschließen, als Familienangelegenheiten ihn nach Bo-logna riefen und. er daselbst 1730 am Schlage starb. Sein Vater-land verdankt ihm die Errichtung der unter dem Namen des Insti-tuts von Bologna bekannten Akademie, welche 1710 entstand undI7ist eröffnet wurde. Außer einer Schrift über das Meer, einerandern über den Caffö«, über den militärischen KZustand der otto-manischen Pforte und verschleimen andern, ist sein Hauptwerk Ur>-

iluiliu» paiinoilico - Itlvsic»', mini observalionikui Asograplri-ois, Sbtionoinicl» ui s. w. 6 Foliobände. Er beschreibt darin dieDonau von dem Kalcnberg in Österreich bis zur Verbindung mitder Jantra in der Bulgarei. Der erste Band enthält ein« Gene-ralkarte der Donau von ihrem Ursprung bis zu ihrer Mündung-.Diese Karte zerfällt in iy Specialkarten, welche die Städte,. Dör-fer, Schlösser, Inseln u. s. w. enthalten, die an der Donau lie-Ssss Man findet hier eine geographische Beschreibung von Ungarn,astronomische »nd hydrographische Beobachtungen mit einem Ber-zeichmß aller Flüsse, die in die Donau fallen, u. s. w. Der zweiteBand enthält die Alterthümer an der Donau; der dritte beschreibtdie Mineralien in der Gegend der Donau; der vierte die Fische derDonau, nebst ihren Abbildungen; der fünfte liefert eine Beschrei-bung der Vögel, welche die Donauufer besuchen, mit 74 Kupfern;der sechste endlich enthält vermischte Beobachtungen, ein Verzeichnis