rz6 Marsyas Mattialis
der Pflanzen, der vierfüßrgen Thiere n. s. w., welche sich in derNähe der Donau finden.
Marsyas, ein Sohn des Olympus, Öagrus oder Hyagnis.Die Fabel erzählt: AIs Minerva die von ihr erfundene Flöte, un-willig, daß.sie das Gesicht beim Spielen entstelle, weggeworfen,und den, der sie wieder aufnehmen würde, mit dem härtesten Fluchbelegt habe, sey zufällig Marsyas der Finder dieses Instrumentsgewesen, auf dem er durch Übung bald eine solche Vollkommenheiterlangt, daß er es gewagt habe, den Apoll zum Wcttkampf heraus-zufodern. Zu Kampfrichterinnen seyen die Musen herbeigerufenworden. Anfangs habe wirklich der stärkere Flötenton die sanftenTöne der Lyra, welche der Gott gespielt, übertäubt, und schon seyMarsyas im Begriff gewesen, den Sieg zu gewinnen, als Apollsdie Zither umgewandt und sein Spiel mit Gesang begleitet habe.Dies habe ihm Marsyas mit seiner Flöte nicht nachthun können,und die Musen darauf für Apollo entschieden, welcher den Vermes-senen getödtct, indem er ihm lebendig die Haut abgezogen habe.Also sey der Fluch der Minerva in Erfüllung gegangen. — VieleKünstler der alten und neuen Zeit haben den Wettkampf, so wiedie Strafe des Marsyas dargestellt.
Martialis (Marcus Valeriüs), der berühmteste römische Epi-grammendichter, war zu Bilbilis in Celtiberien (dem heutigen Bu-lncra in Aragonien) 40 I. nach Chr. Geb. geboren, kam als ein zwan-zigjähriger Jüngling unter Rero's Regierung nach Rom, und ver-lebte dort unter Galba's und der folgenden Kaiser Regierung, de-ren einige ihm Freundschaft und Achtung bewiesen, fünfunddreißigJahre. Domitian ernannt« ihn zum Tribun. Martial vergötterteden Kaiser während seines Lebens, brandmarkte ihn aber nach sei- >nem Tode. Man findet in den Anmerkungen eines alten Commen-tators des Juvenals ein Epigramm von ihm, das also lautet:
l-'LaviL xons, Quantum. ridi rerrius Ldsrulir kaeres,
Daon? kiilr raun iron äiios.
Trajsn, der die Satiriker nicht liebte, bewies ihm nicht gleichesWohlwollen, und dies bewog ihn, sich in sein Vaterland zurückzu-zichn. Er, der Rom, den Mittelpunkt derKünste, verließ, umfo'rtan in einer kleinen Stadt zu leben, wo weder Geschmack nochGelehrsamk-it einheimisch waren, empfand daselbst Langeweile undÜberdruß. Luch wurde er von Eifersüchtigen und Lädiern ange-feindet. Um die Reise machen zu können, hatte ihm Plinius eineSumme Geldes gegeben. Dies beweist seine Armuth, die er auchselbst bekennt:
L'.IM, takeor, scwxergne flll, tlLllierrrt-, p.mper.
Später verheirathete er sich mit einer Spanierin, die ihm ein be- ,trachtliches Vermögen zubrachte,
äomos xarvsrlire rexnL äeäir.
Er starb im I. 101. Als ein Beweis der Achtung, worin er ZURom stand, wird angeführt, daß ein Patricier, Stertinius, ihmeine Bildsäule in seiner Bibliothek setzen ließ, welche Ehre den größ-ten Schriftstellern erst nach ihrem Tode wiederfuhr. Schmeichelhaf-ter noch war es für den Dichter, daß der Kaiser Berus ihn seine»Birgil nannte, wiewohl man die Ähnlichkeit zwischen beiden Dich-tern nicht ganz leicht einsieht. — Martials Ruhm gründet sich auf14 Bücher'Epigrammen, von) denen er selbst mit Bescheidenheitsagt: