rz8 Martin (Sänger)
Martin würd« aller Zeichen seiner Würde beraubt, den. Höhne desVolks und der Soldaten Preis gegeben, und sodann nach demChersones verwiesen, wo er 655 starb. Seiner bestandnen Leidenwillen wurde er unter die Heiligen versetzt. Man hat von ihmachtzehn Briefe von geringer Wichtigkeit. — Martin V., ausdem alten Geschlecht der Cclonna, wurde im November 1417,nach Gregors XII. Entsagung und Bcnedicts Xlll. Absetzung, wäh-rend der costnitzer Kirchenveriammlung, zum Papst erwählt. Kei-ner seiner Vorgänger oder Nachfolger ist je mit solcher Feierlichkeiteingeweiht worden. Er ritt auf einem weißen Rosse, das der Kai-ser und der Churfürst von der Pfalz, beide zu Fuß, beim Zügelführten. Eine Menge von Fürsten und eine ganze Kirchenver-sammlung bildeten den Zug. Sein erstes Geschäft war, eine Bullegegen die Hussiten zu erlassen. Diese Bulle ist darum merkwürdig,weil darin der Papst die Obergewalt der Concilien anzuerkennenscheint. Im I. 1418 schloß er das costnitzer Concilium, obgleicheine Menge von Beschwerden noch nicht abgestellt waren. DieSpaltung in der Kirche war noch nicht geendigt. Benedict XUI.lebte noch, und als er 1424 starb, wurde ein neuer Gegenpapst inClemens VIll. gewählt, welcher erst 142Y seinen Ansprüchen ent-sagte und als Entschädigung das Bisthum von Majorka erhielt.Eine Kirchenversammlung, welche Martin V- nach Pavia beriefund von da nach Siena "verlegte, wurde ausgelöst, ohne etwas fest-gesetzt zu haben. Bald darauf starb er (14Z1). Er hatte das Ver-dienst, die Einheit in die Kirche zurückgefübrt und Italien beru-higt zu haben. Wir besitzen von ihm einige Werke.
Martin, Sänger an dem königlichen Theater der Opera-60-rniezire zu Paris und erster Tenorist der Capelle, ist 1770 zu Pa-ris geboren. Erzogen in dem Hause seines Oheims, der sich durchsein« Lackarbeiten zu seiner Zeit einen Namen gemacht hatte undaußerdem ein unterrichteter und gebildeter Mann war, wurde erHüh in der Mahlerei,Musik und Tanzkunst unterrichtet. Er hatte dieMusik mit seinem siebenten Jahre angefangen, und sang anfangs, denSopran in Gesellschaftsconcerten. AIs aber seine Stimme im Über-gänge zur Mannbarkeit sich verlor, widmete er sich der Geige, underlangte darauf eine ausgezeichnete Fertigkeit. Er suchte, jedochvergebens, in das Orchester der Oper zu kommen. Seine Stimmefand sich inzwischen wieder ein; er sang jetzt Barnton, ließ sich inPrivatconcerten hören, und erwarb sich als Sänger Ruf. DerUmgang mit den besten Sängern berichtigte seinen Geschmack undvervollkommnete seine Kenntnisse. Sein Wunsch war, bei der Operals Sänger angestellt zu werden, aber die Vorsteher derselben wu'sen ihn aus dem thörichten Grunde zurück, weit seine Stimme nichtStärke genug habe. Dies war unstreitig zu seinem Vortheil, denngleich darauf trat er in die sich bildende Operngesellschaft von Mon-sieur. Er debutirte als zwanzigjähriger Jüngling in dem MarquisLulipano zu Ende des Jahrs 1758. Sein Gesang entzückte allge-mein. Die Arien s« orovai» IHN belle; llauvre -l'alciurs; so ssjurs L eouro la tsrrs hörte man allenthalben ertönen. Martinwar der erste, der in Paris den italienischen Gesang bei frcmzou-schen Texten anwandte. Im Spiel le,stete er damals wcmger, in-deß konnte man sein komisches Talent schon im X'nuvss-iOnixoce deutlich erkennen. Die Oper 1 es VHwnciines bot ihmbald neue Erfolge als Komiker dar, und er würde als solcher