Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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Martini (GianttBaltista) Martini (F.H.W) 159

schnellere Fortschritte gemacht haben, wcrin er früher bei den Ita-lienern wäre cngagirt gewesen. Gegenwärtig zeichnet er sich aufgleiche Weise als Tenorist und komischen Schauspieler aus. Auchhat er seine Kenntniß in der Composition, die er unter Candeillsstudirte, durch mehrere Romanzensammlungen und eine komische Oper,1.°» Oisesilx 8« msr, welche 1796 auf dem Theater Feydeau ge-geben worden, beurkundet.

Martini (Giain-Battista), ein geschickter Komponist und sehrgelehrter Musiker, geboren zu Bologna 1706. Er rrat schon inseiner Jugend in den Franciscaner-Orden. Ob er vor oder nachdiesem Schritt mehrere Lander von Europa und selbst Asien besuchte,um seine Kenntnisse zu erweitern, wissen -wir nicht genau. Wiedem auch sey, nach seiner Rückkehr widmete er sich der Musik undstudirte diese Kunst unter mehrern Meistern, namentlich unter dem be-rühmten Ant. Perti. Seine Fortschritte in der Composition warenso schnell, daß er schon 1725 in einem Alter von iy Jahren zumCapellaristen des Franciscanerklosters zu Bologna ernannt wurde,welches Amt er bis an feinen Tod verwaltete. Zuletzt eröffnete er«ine musikalische Schule, welche damals die gelehrteste in Italienwar und aus welcher eine um so beträchtlichere Anzahl großer Kom-ponisten hervorging, als schon anerkannte Künstler sich beeiferten,seinen Unterricht zu benutzen, unter andern der berühmte Jomelli.Mit dem Talent, gute Schüler zu bilden, verband Martini dasTalent des Komponisten. Seine Kirchenmusiken, noch mehr aberseine Duetten und Canons für das Klavier oder die Orgel, werdentrotz einiger Kälte, wegen ihrer Reinheit, Tiefe, und ihres gutenGeschmacks hochgeschätzt. Aber den meisten Ruhm erwarb sich Mar-tini durch seine Schriften über die Musik, vornehmlich durch seinenKaxgio konüairisnrals prarico lli sonriappunro und seine Lroiisüeu-e ^lusisa., wiewohl beide Werke für uns einen großen Theilihres Werths verloren haben. Für das zweite Werk, das er unvoll-endet gelassen, hatte er eine musikalische Bibliothek von 7000 ge-druckten und Zoo geschriebn«« Werken gesammelt, wobei der berühmteFarinelli ihn sehr freigebig unterstützt hatte. Martini starb 1784an der Bruflwaffersucht. Wie es heißt, hat er seine Materialiendem Abt Mattei hinterlassen, welcher die Geschichte der Musikbeendigen wird.

Martini (Friedrich Heinrich Wilhelm), practischer Arzt inBerlin, geboren zu Ohrdruf im Gothaischen den Ilsten August 1729,bildete sich in^ena, Berlin und Frankfurt an der Oder, kam 1757nach Berlin zurück, erhielt daselbst ein Physikat, nachdem er vierJahre im Mannsfeldischen glücklich practicirt hatte, und starb 1778.

Naturgeschichte war von frühen Jahren an seine Lieblingswis-senlchaft, ihr widmete er seine ganze schriftstellerische Thätigkeit underwarb sich dadurch mannichfaltiges Verdienst, da er in seinem Fachesehr ausgebreitete Kenntnisse und einen glücklichen Beobachtungs-geist besaß. Viele gute Bemerkungen von ihm findet man in fol-genden Zeitschriften, deren Herausgeber und vornehmster Verfasser^ 2 !' Berlinisches Magazin u. s. w. 4 Bände 1765, 8.; Berlini-sche Sammlungen znr Beförderung der Arzneiwissenschaft, der Na-turgeschichte u. s. w. 10 Bände, 1769, 8.; Mannichfaltrgkeiten, einegemeinnützige Wochenschrift, 4 Jayrg. 1770, 8.; Neue Mannichfal-ngkelten, 4 Jahrg. 1774, g.; Neueste Mannichfaltigkeiten, 4 Jahrg,r? 7 L, 8. (auch nach seinen» Tode von Andern fortgesetzt, unter dem