r 6o Martinique
Titel: Allerneueste Mannichfaltigkeiten, 4 Jahrg. 1781 — 85.»)Von Buffons Naturgeschichte sing er an eine deutsche Bearbeitungherauszugeben, die durch Verbesserungen und Zusätze wesentlicheVorzüge vor dem Original erhielt, aber seine allgemeine Geschichteder Natur in alphabetischer Ordnung mit vielen Kupfern, Berlin1774. 3 ., wovon er 4 Bände herausgab und die nach seinem Todebis zum roten fortgesetzt wurde, war zu wcitläustig angelegt undblieb unbeendigt. Das meiste Verdienst hat sein neues systemati-sches Conchyliencabinet, 1768—88, 10 Bände, 4., mit vielen illu-minirte» Kupfern und Vignetten, vom qten Bande ab von Chcm-nitz fortgesetzt; ein für die Conchnliologie classisches Werk, das zu-gleich seiner typographischen Schönheit wegen unter die deutschenPcachtwerke gehört. Martini war auch Stifter der noch bestehen-den Gesellschaft naturforschcnder Freunde in Berlin, die 177zzusammentrat.
Martinique, die wichtigste unter den Caraiben (s. -.), süd-wärts von Dominica, zwischen dem igten und igten Grad nörd-licher Breite. Sie ist meistens bergig, besonders im Innern. DieKüsten haben eine Menge Bayen und-Buchtcn, von denen die mei-sten den Schiffen vollkommnc Sichcchcck gewähren. Die Spanier,welche diese ergiebige Insel entdeckten, vernachlässigten sie, undbis zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts war sie bloß der Wohn-sitz von Caraiben, welche sich nach der nordöstlichen Küste der Inselbegaben, als 1635 eine französische Colonie von St/Christophherüberkam und sich in dem südwestlichen Theile derselben ansiedelte.Nach vielen blutigen Scenen und Gewalttbätigkeiten zwischen den Colo-nistcn und den Ureinwohnern wanderten'.6ooo Caraiben nach den In-seln St. Dominica und St. Vincent aus und 1658 waren die Fran-zosen Herrn der ganzen Insel. Die erste Nation die sie ihnen ent-reißen wollte, waren die Holländer, aber der Admiral Ruyterwurde zurückgeschlagen. Eben so wenig richteten die Engländerlüyz aus. Glücklicher waren sie seit 1761. Sie eroberten Marti-quc, dessen Wiedererlangung einer der Hauptgründe war, die Frank-reich 176z zum Frieden geneigt machten. Zum zweiten Male siel dieInsel 1794 den Engländern in die Hände. Sie behaupteten denBesitz bis zum Frieden von Amiens 1802, durch welchen Frankreichdiese Colonie wieder erhielt. Zum dritten Male eroberten sie dieEngländer zu Anfang des I. 1809 und behielten sie bis zum pariserFrieden 1814. Anfangs pflanzte man auf Martinique bloß Tabakund Baumwolle, dann auch Cacao und Indigo. Hierauf folgte derAnbau des Zuckers und im I. 1718 der des Caff es. Der Caffl-evon Martinique stammt aus Mokha in Arabien ab; man zählt jetztüber 700,00,-, Caffeebäume. Im I. 1788 wurden von Martiniqueausgeführt: Rohzucker I8,7Y5 Centner (636,000 Franken); gereinig-ter Zucker iZ 7 ,y -!5 Cenrner (8,02,000 Franken); Zucker in Hüten2iy,4ZZ Centner (5,049,000 Franken); Caff-e 63,161 Centner(8,315,000 Franken); Baumwolle 11,550 Centner, Indigo 10 Cent-ner. Schon 1776 beschäftigte der Handel des Mutterlandes mitdieser Colonie 122 Schiffe. Martinique hat einen Flächenraumvon 50 französischen Quadrat - Lieues; ihr Umkreis beträgt unge-fähr 34 deutsche Meilen. Im I. 178Y bestand die Bevölkerungaus 12,500 Weißen, 3000 Mulatten und 78,000 Negersclaven.Spater gab man die gekämmte Bevölkerung auf 110,000 Seelen an.