Massen» 171
Geschichte von den Schlachten bei Montenotte, Millesimo und Lodibis zur Schlacht bei Rivoli und zu den Kämpfen in den Gebirgenvon Tarvis und Klagenfurt liefern. Bei Lonato war er bereitsvon den österreichischen Colonnen umzingelt und lief Gefahr, gefan-gen zu werden, als Bonaparte ihn rettete. Er wurde von demOberfeldherrn nach Wien gesandt, um die FriedenLunterhandlungenzu beenden, und dann »ach Paris, um sie ratificiren zu lassen.Die Hauptstadt empfing ihn mit Jubel und feierte ihm glänzendeFeste. Während Bonaparte in Ägypten focht, waren Massen» undMorean Frankreichs Hoffnung. Er hatte als Divistonsgencralbisher nur diejenigen Talente entwickeln können, die zur glücklichenAusführung fremder Entwürfe gehören; aber im Fcldzuge van 1799bewies er in der Schweiz seine Fähigkeit auch als Oberbefehlshaber.Zwar mußte er nach einer glücklichen Eröffnung des Krieges biszum Aldis zurückweichen, hier aber erwartete er in einer festenStellung den günstigen Augenblick, und kam durch die Schlacht beiZürich der Vereinigung Korsakows und Suwarows, der bereitsden Gott ard überstiegen hatte, zuvor. Dieser Sieg, der das ,halberussische Heer aufrieb und in dessen Folge Rußland sich von Öster-reich trennte, rettete Frankreich. Als Massen» die helvetischen undthätlichen Alpen wieder erobert hatte, sandte ihn das Dircctoriumim I. izoo nach Italien, wo allenthalben die Österreicher siegendvordrangen. Statt einer Armee fand er einen schwachen HaufenSoldaten, die, von Frankreichs elender Regierung vergessen, ohneGeld, Lebensmittel und Munition gegen einen sieggewohnten über-legnen Feind das, Feld behaupten sollten. Massen« eilte, Genuazu erhalten. Seine Vertheidigung dieser Stadt gehört zu den au-ßerordentlichen. Zur See von den Engländern, zu Lande voneinem starken österreichischen H ere belagert, hatte er mit Pest undHunger im Innern zu kämpfen und ein den Franzosen abgeneigtesKolk im Zaum zu halten. Erst als alle Vertheidigungsmittel er-schöpft waren, nahm Massen«, zebn Lage vor der Schlacht von Ma-rengo, eine ehrenvolle Kapitulation an; aber diese Schlacht schlugÖsterreichs Heer zu Boden, und der Consul Bonaparte, der nachParis zurückeilte, übergab dem Vertheidiger Genua's den Oberbe-fehl der Armee. Bald darauf erfolgte der Friede. Massen» wurdevom Seinedepartement in den gesetzgebenden Körper gewählt undFrankreichs neuer Kaiser erhob ihn zum Reichsmarschall. Im I.1805 erhielt Massen« den Oberbefehl in Italien; dem überlegnenGenie des deutschen Helden Carls gegenüber, unterlag er in derSchlacht bei Saldier». Als aber dieser durch das Unglück der deut-schen Waffen in Franken und Bayern zum Rückzug in das InnereÖsterreichs gezwungen war, verfolgte er ihn, jedoch ohn« ihm einenWortheil abgewinnen zu können. Der Friede von Preßburg wurdegeschlossen, un» Maffena eilte auf Napoleons Befehl nach Neapel,um dieses schwach vertheidigte Königreich für Joseph in Besitz zunehmen. Hier blieb er, bis ihn 1807 Napoleon nach Polen berief,um den rechten Flügel der weitgcdehnten französischen Heeresmachtzu befehligen. Er bestand den'mörderischen Kampf bei Pultusk,und am irten Juni 1807 erstürmte er die Linien von Ostrolenka.Der Friese von Tilsit hatte kaum auf dieser Seit« Ruhe gewährt,als i«n8 t.r Krieg in Spanien sich entzündete. Mit dem Titeler.ies Herz.as von Riooli betrat er diesen Kriegsschauplatz, von demkc Ihvy nach Deutschland abgerufen wurde. Hier kämpfte er die