Band 
Sechster Band. M und N.
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174 Massen Mastalier

ker sie, auf Gottes Befehl, zu dem gemacht, was sie sind, unddaß sie das, was sie sind, nur für die Völker seyn sollen; daß dieFürsten ay Macht verlieren, wenn sie mächtiger seyn wollen alsdas Gesetz, und daß alles, was die Oberherrschaft verhaßt macht,sie entkräftet und vermindert. — Im Jahr 1719 trat Massillvnin die Akademie sranc,aise. Der Cardinal Du Bois wirkte ihmdie Prälatur von Sevigny aus. Seine letzte R de, die er in Pa-ris hielt, war die Leichenrede auf die Ducheffe on Orleans. Seitdem verließ er seine Diöcese nicht mehr, wo eine Tugenden, be-sonders seine Wohlthätigkeit, ihm die allgemeinste Liebe gewannen.Er starb 1742. Schon oben haben wir den Hauptcharakter seinerBeredsamkeit angegeben. Indem er das Gefühl allem andern vor-zog, erfüllte er die Seele mit jener lebendigen und heilsamen Rüh-rung, wodurch die Liebe zur Lugend geweckt wird. GlänzendeIdeen, gewählte und harmonische Ausdrücke, lebhafte und natür-liche Bilder, Deutlichkeit und Fülle des Styls charakterisiren seineBeredsamkeit, besonders in dem ?orir-Cs,e-»«. Der Reffe diesesberühmten Mannes hat eine vollständige Ausgabe der Werke seinesOheims besorgt.

Massen (Charles-Franyois-Philibert), Mitglied des Insti-tuts von Frankreich, der philotechnischen Gesellschaft u. s. w. Ge-neralsekretär der Präfectur von Coblenz, geboren 1762 zu Bla-mond im Gebiet von Montbelliard. Er trat sehr jung in russischeDienste und wurde geheimer Secretär bei dem Großfürsten Alexan-der, jetzigem Kaiser. Paul l entfernt« itm aus Rußland als einenLheilnehmer an der französischen Revolution. Magon starb im I.1807. Man hat von ihm: I. Lour» inouioriol äs ^vc>ßr»plii« > rluüixs (lu oorps ll'sriiileris ciss voll«!», Berlin 1737 / und Pe-tersburg 1790; 2. kstmins bu 1r üeur Hui n« »0 üeriil jaim>>>>Berlin, l7Yo; Z. IVIenioire» »seist» »ur I» Kursks, 1802 ll. s.4 Bände. Diese, in mehrere Spraa-en Übersetzten Memoiren mach-ten zur Zeit ihrer Erscheinung großes Aufsetzn; neue Anstchketzt vondieser Autokratie, geyeime Anekdoten, und schneidende Epigrammeauf Paul I. machten das Werk anziehend. Man könnte indeß demVerfasser vorwerfen, die Stimme des Unwillens zu sehr gehört undseine Gemählde überladen zu haben; 4. O«s H--Ivsrisns, ein Ge-dicht in zehn Gesängen, 1800, t Band. Es ist von sehr mittel-mäßigem Werth; 5. k.-> nourslle Ascres, Ritterroman in 2 Bän-den. — Außerdem hat man von Massen Oden, deren eine auf dieGründung der Republik im I. 1802 von dem Institut gekröntwurde.

Mastalier (Carl), geboren zu Wien im I. 1731, war Mit-glied der im I. 177z aufgehobnen Gesellschaft Jesu, Lehrer derschönen Wissenschaften auf der Universität, wie auch Mitglied derAkademie der bildenden Künste zu Wien und starb daselbst I7YA-Nur zu einer dürftigen Nachahmung fremder Dichterwerke konntesich Mastalier erheben, in dessen Oden selbst seine Bewundererpoetische Kraft und lyrisches Feuer vermissen,, dagegen aber dasfinden, was sie Korrektheit und guten Geschmack nennen. Wer dieZeit und den Ort kennt, wo und wann er schrieb, der wird esübrigens begreiflich finden, daß man in ihm einen würdigen Nach-ahmer und Nebenbuhler des Horaz erblicken und bewundern konnte.Für uns hat er nichts, als ein sehr geringes historisches In-teresse. '