Mastricht Materie 17 5
Mastricht, eine wohlgebaute und befestigte Stadt an derMaas, die vermittelst einer steinernen Brücke int der gegenüberliegenden Stadt Wyck zusammenhängt. Sie liegt im ehemaligenStifte Lültich, wurde aber seit 1648 zu der alten holländischenBarriere von Brabant gerechnet. Räch der französischen Besitznahmewar sie die Hauptstadt im Departement der Niedermaas, und batteim I. 1802 gegen 18,000 Einwohner. Im Frieden von 1814 wurr esie wieder abgetreten. Die Einwohner sind theils reformirt, theilskatholisch. Man bemerkt hier die langen und schönen Straßen, denMarktplatz und den mit Bäumen besetzten Beythof, die katholischenzwei Collegiat- und vier Pfarrkirchen, 20 nun aufgehobne Klösterund das ehemalige Jesuitercollegium, die lutherische Kirche, diedrei reformirten Kirchen, das reformirte Gymnasium, die ehema-lige Commenthurei des deutschen Ordens, das Rathhaus mit sei-ner Bibliothek, die Häuser des Gouverneurs und der Deputirtender Gcneralstaalen, die Tuch - und Gewehrfabriken u. s. w. DieGeneralstaaten hatten allein das Besatzungsrecht. Im I. 17Ü1 littdie Stadt durch eine Pulvercrplosion. Nicht weit von hier ist derhohe St. Petersberg mit einer von den Holländern 170z angeleg-ten Citadelle, St. Pierre, welche die Stadt beherrscht, und mit ei-nem wichtigen Steinbruch, dessen unterirdische Gänge wobl 40,000Menschen fassen können, wie sich denn auch in Kriegszeiten dieEinwohner mit ihren Habseligkeiten hi-eher zu flüchten pflegten.
Masurisch, Masure, ist ein polnischer Nationaltanz, des-sen Melodie in den D^eiviertcltact gesetzt wird, und wobei dieGrundstimme immer auf einem Tone liegen bleibt, oder sich in gebroch-nen Octaven, wie bei der Murky, bewegt.
Matador, wörtlich ein Todtschläger. Dieser Name, denman gegenwärtig noch in einigen Kartenspielen, als L'Hombre,Tarvck, Solo, und von wichtigen Personen braucht, schreibt sichvon den IVIsraäoros, einer Compagnie freiwilliger Spanier her,welche die Bewohner Barcelona's zu Anfang dieses Jahrhundertserrichteten, als sie wider Philipp V. stritten, und welche die Be-stimmung hatten, beständig die Straßen zu durchzieh!, und dasgeringste Murren wider die Regierung mit dem Tode zu be-strafen.
Materie oder körperlicher Stoff ist dasjenige, was denRaum ausfüllt. Jeder Körper muß in einem Raume enthaltenseyn, daher ist die Vorstellung von Ausdehnung jedesmal vamitverbunden. Dessen ungeachtet ist der Raum nicht als Eigenschaftder Körper zu betrachten, sondern bloß als Form der äußern sinn-Men Anschauung. Die Materie ist Erscheinung unsrer äußernSinne überhaupt. Von dem Wesen der Materie und von der Art,Aie sie auf uns wirkt, hat man sich von je her die verschiedenstenVorstellungen gemacht. In den ältesten Zeiten nahm man seelen-«hnliche Kräfte in der Materie an, vermöge welcher die materiel-len Theile auf uns wirkten^ Leucipp und Democrit setzten denleeren Raum und Atomen an ihre Stelle und erklärten daraus dieganze lebendige Natur durch Einwirkung äußrer Kräfte. In denspätern Zeiten unterschied Descärtes das Materielle durchaus vondem Einfachen oder Geistigen, und setzte das Wesen der Materievlvß ,n die Ausdehnung. Nach ihm ist die Materie nicht einfach,zusammengesetzt, und zwar aus Theilen, welche in der«ttrklichkeit zwar untheilbar oder Atomen, im Verstände oder in