Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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»?6 Materie

der Vorstellung ober noch theilbar und ausgedehnt wären. New-ton, der in metaphysische Untersuchungen nicht einging, führt bloßan. daß er die Materie als eine Ausammenhäufung der kleinstenLheilchen betrachte, die selbst wieder materiell und ausgedehnt sindund nur durch eine unbekannte Kraft sehr stark unter sich zusam-menhängen; woraus folgt, daß er auch zu den Atomisten gehört. —Der Dualismus des Descartes verwickelte die Metaphysiken wegender Verknüpfung des Geistigen mit dem Materiellen in großeSchwierigkeiten, und veranlaßte mehrere metaphysische Systeme.Eins der merkwürdigsten ist das idealistische oder der Idealismus(s. d. Art.), nach welchem alle Materie schlechterdings geläugnet,alle Vorstellungen aber, die man sich von der Materie macht, fürnichts weiter erklärt werden, als für Ideen oder Vorstellungen,welche die Gottheit in der Seele des Menschen erweckt. Mal,,brauche gründete darauf die Meinung, daß wir alle Dinge in Gottsehen, und daß uns selbst der Glaube berechtige, alle Dinge außerGott und die Geister überhaupt zu läugnen. Er betrachtet dieWirkung der Materie auf unsern Geist als Einwirkung der Gott-heit. Spinoza und Hume gehn im Idealismus noch weiter. Dererstere setzte eine einzige Substanz fest, welche nach ihm in unend-licher Denkkrast und Ausdehnung besteht, so daß alle geistigen Er-scheinungen Zustände dieser einzigen Denkkrast und alle materiellenPhänomene Zustände eben dieser einzigen Ausdehnung sind. Hunienimmt weder Substanzen noch Subjecte oder sonst selbstständige We-sen an, sondern betrachtet alles Geistige und Materielle als eineReihe vorübergehender Erscheinungen. Leibnitz, welcher einsah, wieschwer sich der Einfluß der Materie auf uns aus Dualismus, Idea-lismus und Materialismus erklären lasse, stellte die Lehre von denMonaden auf. Er hielt dafür, daß nur etwas Geistiges auf unsteSeele wirken könne, und daß alle unsre Begriffe von Materie sichzuletzt in bloße Begriffe von Erscheinungen und Eigenschaften auf-lösen müßten. Er verwarf die Atomen, und behauptete, daß siewenigstens im Verstände theilbar seyn müßten, mithin keine wahre«Einheiten wären. Die Eigenschaften der Materie sah Leibnitz fürbloßen Schein an, und den physischen Körper, so wie er sich un-sern Sinnen darstellt, als ein verworrnes Phänomen der Wirkun-gen einfacher Substanzen auf die Organe unsrer Sinne. Die ein-fachen Substanzen, d. i. die Monaden, sind den geistigen ähnlich,beide aber Vorstellungskräfte, wovon jede ihre Grundbestinmnnighat. Die ganze Welt macht nach Leibnitz eine zusammenhängendeReihe solcher Vorstellungskräfte aus, deren Größe und Beschaffen-heit verschieden ist. Die ruhenden Vorstellungskräfte sind die Sub-stanzen der scheinbaren Materie; die wachenden «der sind Geister,die vollkommenste aller möglichen und wirklichen Vorstsllungskräfttist die Gottheit selbst, die sich alle mögliche Substanzen mit ihrenEigenschaften und Verhältnissen auf das deutlichste und ohne vor-bildende Außendinge vorstellt. Priestley bildete die Meinung Bos-cowichs, daß die Materie bloß aus physischen Punkten bestehe,welche einander anziehn und abstoßen, weiter aus, und sagte, dieMaterie sey ein bloßes Anziehn und Abstoßen, welches sich auf ge-wisse mathematische Punkte im Raume beziehe. Seinem Dafürhal-ten nach läßt sich die Seele recht wohl aus einer veredelten Mate-rie erklären, welche bloß aus Kräften bestehe, und ungeachtet ihrerMaterialität dennoch das Vermögen zu denken und zu cmpM«i