Band 
Sechster Band. M und N.
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Mayer Mayor 20 r

Mayer (Johann Tobias), ein berühmter Astronom, geborenzu Marbach im Wirtembergischen im I. 172z, wurde in Eßlingenin Dürftigkeit erzogen, bildete sich, ohne eine Akademie zu besu-chen, durch Privatfleiß zum Mathematiker, und war schon durch einPaar schriftstellerische Versuche in diesem Fache bekannt, als er 1746in die homannische Ofsicin nach Nürnberg kam, und sich durch dieBesorgung und Verbesserung neuer Karten sehr rühmlich bekanntmachte.' Er bekam daher 1751 einen Ruf als Professor der Mathe-matik nach Göttingen, wo er 1762, zu früh für die Wissenschaften,starb. Er hat sich durch seine Mondstafeln, wofür seine Witweeinen Preis von gooo Pfund Sterling aus England erhielt, alsAstronom unsterblich gemacht. Auf diesen Gegenstand beziehn sichseine IlSvria luna« juxe» »z-steiria Hlovrtonianum , I.0NÜ. 1767,und seine llUruin moruum solis er lunse, ebend. 1770. DieZeichnungen, die er zu einer neuen Mondkarte mit der äußerstenGenauigkeit und Sauberkeit gemacht hatte, und seine beträchtlichenHandschriften werden auf der gdttinger Sternwarte aufbewahrt.Nur einiges ist von Lichtenberg herausgegeben worden: Oper» in-eäila. V»l. I. »774, toi.

Maynard (Fran<;ois), ein französischer Dichter, einer dervierzig der Akademie franqaise, war gegen das I. 1582 zu Tou-louse geboren. Er kam als Jüngling an den Hof und wurde Se-kretär der Königin Margarethe. Er gab damals ein Gedicht infünf Büchern , tiiilaiiäre betitelt, heraus, das von der Liebe han-delt. Wahrscheinlich verfertigte er auch damals seine l»rispe«8.welche jedoch nie gedruckt worden sind. Noailles, der als Gesand-ter nach Rom ging, nahm ihn 1634 mit sich dahin. Nach seinerRückkehr machte er verschiednen Großen den Hof, wiewohl ohnesonderlichen Erfolg. Er wurde jedoch Präsident des Landgerichtsvon Aurillc-c in Auvergne, Mitglied der Akademie der Blumen-spiele von Toulouse, und gegen das J..,i6z2 Akademiker. Unterder Regentschaft der Königin Anna von Österreich erschien er wie-der am Hofe, und. da er auch bei dieser nicht glücklich war, zog ersich in seine Provinz zurück, wo er 1646 mit dem Titel eine«Etaatsraths starb. Einige Zeit vor seinem Tode unternahm er eineReise nach Paris. Seine Freunde machten ihn vielfältig im Ge-spräch auf veraltete Worte aufmerksam, deren er sich gegen den Ge-brauch noch bediente. Dies geschah ihm so oft, daß er endlich fol-gende vier Verse darauf machte:

Über die Thür seines Zimmers hatte er diese Verse geschrieben:

Überhaupt war das Epigramm die Gattung, die ihm a« besten ge-lang; außerdem haben wir von ihm Lieder, Oden und Briefe.Maynard führte zuerst den reZelmäßigen Abschnitt in der Mitte de««lexandriners ein.

Mayor, s. Maire«