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Sechster Band. M und N.
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Maynz (Land) Maynz (Stadt)

Maynz, ein ebemaliges Erzstist im niederrheinl'schen Kreise,welches sich in die Wetterau, wie auch in Franken und von derGrafschaft Spanheim bis an das Wirrembcrgische erstreckte. DieGroße desselben wurde auf 150 Quadratmeilen und die Bevölke-rung nach der Zählung von 1776 auf 208,000 Seelen angegeben.Es gehörte aber noch dazu das Eichsfcld, welches 84,000 und dascrfurter Gebiet, welches 46,000 Einwohner zahlt, so daß die ge-summte Volksmenge sich auf 340,000 belief. Die Einkünfte schätzteman auf 1400,000 Gulden. DerErzbischof von Mahn; war zugleicheiner der drei geistlichen Churfürsten und des heil. römischen ReichsErzkanzler in Deutschland. Als solcher hatte er das Reichssiezelund das Rcichsarchiv in seiner Verwahrung. Die Reichskanzlei, diemaynzische Kanzlei auf dem Reichstage und die Kammergerichts-kanzlei hingen von ihm ab. Er hatte das Direktorium auf demReichstage und im Churfürstencollcgium, wie auch bei dem Wahl-gefchäft; er visitirte die Reichsgerichte, schrieb Deputations- undEhurfürstentage aus und setzte den Reichsvicekanzler und alle zurReichshofkanzlei gehörigen Personen. Au einem Römermonat gadMaynz 1927 Gulden 5» Kreuzer und zu einem Kammerziel yooThaler 21Z Kr. Die vier Hofämter des Erzstifts bekleideten 1. dieLandgrafen von Hessen als Erbmarschälle nebst ihren Verwesern,den Freiherr» von Heisenstein; 2. die Pfalzgrafen von Zweibrückals Erbtruchseffe nebst ihren Verwesern, den Freiherr» Greifendemvon Vollrath; Z. die Grafen von Schönborn als Erbschenken nebstihren Verwesern, den Freiherr» von Kronbcrg; 4. die Grafen zuStollbcrg als Erbkämmerer nebst ihren Verwesern, den Grafen vonMetternich in Winncburg und Beilstein. — Über die Schicksale desChurfürstenthums Maynz nach dem lüneviller Frieden sehe man denArt. Frankfurt (Großherzogthum).

Maynz, die ehemalige Haupt- und Residenzstadt des gleich-namigen Erzstifts, am westlichen Ufer des Rheins gelegen, wo sichder Mayn in denselben ergießt. Sie ist eine alte und ansehnlicheStadt und zählte vormals 27,000 Einwohner; im I. 1803 fandensich deren noch 21,583. Seit dem lüneviller bis zum pariser Frie-den gehörte Maynz zu Frankreich und war die Hauptstadt im De-partement des Donnersbergs. Als Festung ist es von großer Wich-tigkeit; die Werke sind von den Franzosen noch sehr verstärkt undvergrößert worden. Die Gaffen der Stadt sind meist eng undWinklicht, doch erblickt man unter den Häusern auch hin und wie-der ansehnliche Paläste. Das ehemalige Residenzichloß Martins-burg wurde von den Franzosen zum Niederlagsplatz für den maynzerHandel bestimmt. Dem Einflüsse des Mayns gegenüber lag diechurfürstliche Favorit» mit ihrem Garten, Wasserkünsten und dervortrefflichen Aussicht über den Rhein und Mayn. Durch die mehr-maligen Belagerungen aber während der letzter» Kriege sind jenesLustschloß, die Domgebäude, einer von den großen Thürmen derDomkirche, die Jesuiterkirche und viele andre öffentliche und Pn-vatgebäude zerstört worden. Die Domkirche enthielt einen kostba-ren Schatz und viele schöne Grabmäler, welche aber größtentheilsnicht mehr vorhanden sind. Die Klöster sind aufgehoben und zumTheil zerstört, wie die Carthause. Von den Hospitälern besieht mandas zu St- Roch mit seiner Buchdruckerei, Strumpf- und Aeugfa-brik, von weltlichen Gebäuden aber das Ratbhaus, Zeughaus, Re-douten- und Ballhaus, das adelige Gcsellschaftshaus, die Reit-